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Look Me Over – Liberace

Fabulöse Fassade

LOOK ME OVER – LIBERACE wirft einen Blick hinter die fabulöse Fassade des „Mr. Showmanship” und schwelgt zugleich in seiner Kunst des Spektakels.

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Spätestens seit Steven Soderberghs BEHIND THE CANDELABRA (2013) ist der amerikanische Pianist Liberace (1919 – 1987) auch in Deutschland ein Begriff. Liberaces Stärke lag immer weniger in seiner Musikalität und mehr in seinem Talent als „Mr. Showmanship“. Basierend auf einem intensiven Kontakt mit dem Publikum, baute er seine Shows zu immer größeren Spektakeln aus, bei denen er regelmäßig mit einem Rolls Royce auf die Bühne gefahren wurde und seine extravaganten Outfits bewundern ließ, bevor er seine mit dicken Ringen besetzten Finger in die Tasten hieb. Liberace war der größte Star seiner Zeit, der „King of Vegas“ vor Elvis, den er angeblich motivierte, sich ähnlich aufregend zu kleiden. Von 5000 Auftritten musste nur ein einziger jemals abgesagt werden.
Jeremy J.P. Fekete besucht in LOOK ME OVER viele der Kitschpaläste, in die Liberace sein Geld anlegte, und befragt ehemalige Liebhaber und die Kinder seiner Angestellten. Dabei entsteht das Bild eines Menschen, der sehr großzügig sein konnte, unter dem steifen Grinsen und den Glitzeroutfits aber auch so konservativ war, dass er bis zu seinem Tod an den Folgen von AIDS gegen Berichte, dass er schwul sei, prozessierte. Scott Thorson, der Liberaces unbestrittene Liebe des Lebens war und auf dessen Autobiografie BEHIND THE CANDELABRA basiert, kommt in LOOK ME OVER nicht selbst zu Wort, ist aber in den Erinnerungen von Liberaces Zeitgenossen sehr präsent - wenn auch hauptsächlich als die Person, die seine Großzügigkeit am meisten ausnutzte. Unparteiisch ist Feketes Porträt also sicherlich nicht, aber es trifft gut die Balance zwischen einem Blick hinter die fabulöse Fassade und einem Schwelgen darin, was Liberace so einzigartig gemacht hat und bis heute Künstler*innen wie Elton John inspiriert.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Look Me Over: Liberace
Deutschland 2020, 90 min
Genre: Dokumentarfilm, Biografie
Regie: Jeremy J.P. Fekete
Drehbuch: Jeremy J.P. Fekete
Schnitt: Christian R. Timmann
Musik: Carsten Rocker
Verleih: Edition Salzgeber
FSK: 12
Kinostart: 05.08.2021

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