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Lola

Zeitmaschinen-Erfinderinnen

England vor dem 2. Weltkrieg: Zwei Erfinderinnen entwickeln eine Zeitmaschine. LOLA empfängt Radiowellen aus der Zukunft.

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England vor dem 2. Weltkrieg: Zwei Erfinderinnen entwickeln eine Zeitmaschine. LOLA empfängt Radiowellen aus der Zukunft, Songs von Bowie und Dylan ebenso wie Nachrichten über Hitler und die Nazis. Als „Engel von Portobello“ beginnen die sehr selbstbewussten und tatendurstigen Schwestern, die Bevölkerung Großbritanniens vor den deutschen Luftangriffen zu warnen.
Mit LOLA gibt der britische Regisseur Andrew Legge dem klassischen Gedankenspiel „Zeitreisen gegen Nazis“ einen medientheoretischen Twist. Die Heldinnen Thom und Mars bleiben physisch stets am selben Ort – doch die Videobotschaften aus der Zukunft prägen sie so, dass sie schließlich doch wie Zeitreisende wirken. Umgekehrt bezieht sich der Spielfilm, der vorgibt, aus „Archivmaterial“ zu bestehen, selbst auf die Ästhetik des Stumm- und Schwarzweißfilms, wirkt aber durch moderne Schauspiel- und Schnittkonventionen auf ähnliche Weise zeitlos. Die beiden Hauptfiguren sind vielschichtig und unkonventionell, dennoch sieht man sie durch einen männlichen Blick. Wie viele Frauen im echten Leben haben zum Beispiel schon mal mit ihrer Schwester gebadet und dabei neckisch darüber geredet, wer den neuen Love Interest süßer findet? Die Beziehung der beiden und ihre Konflikte stehen im Zentrum der Handlung und hätten zugleich gerne noch mehr Raum einnehmen können.
LOLA ist ein interessantes Experiment sowohl für Filmkenner wie für Geschichtsinteressierte, das leider gerade in Bezug auf die historischen Gegebenheiten deutlich zu kurz greift. Die dezidiert britische Perspektive lässt glauben, dass es sich beim Zweiten Weltkrieg um einen normalen Krieg gehandelt habe, den man gewinnen könnte. Während der Film vergnügt einen herannahenden Sieg der Briten feiert, verliert er kein Wort über den sich zeitgleich ereignenden Holocaust – wohl auch, weil er dem Thema unmöglich gerecht werden könnte.

Eva Szulkowski

Details

Irland/Großbritannien 2022, 79 min
Sprache: Englisch
Genre: Science Fiction
Regie: Andrew Legge
Drehbuch: Andrew Legge, Angeli Macfarlane
Kamera: Oona Menges
Schnitt: Colin Campbell
Musik: Neil Hannon
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Darsteller: Stefanie Martini, Emma Appleton, Rory Fleck Byrne, Hugh O'Conor, Ayvianna Snow, Aaron Monaghan
FSK: 12
Kinostart: 28.12.2023

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Lola

Irland/Großbritannien 2022 | Science Fiction | R: Andrew Legge | FSK: 12

England vor dem 2. Weltkrieg: Zwei Erfinderinnen entwickeln eine Zeitmaschine. LOLA empfängt Radiowellen aus der Zukunft.

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