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Limbo

Coming-of-Age mit Leerstellen

In der dänischen Kleinstadt Nakskov auf der Insel Lolland geht alles seinen gewohnten Gang. Im örtlichen Gymnasium bereiten sich die jungen Erwachsenen auf ihren anstehenden Abschluss vor. Anders ist lediglich die neue Lehrerin Karen, die ihre Theaterklasse mit Fragen nach Emanzipation, Geschlechterrollen und dem eigenen Selbstbild konfrontiert und damit besonders die zurückhaltende Sara beeindruckt.

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In der dänischen Kleinstadt Nakskov auf der Insel Lolland geht alles seinen gewohnten Gang. Die Rübenroder ernten die Zuckerrüben, die in der ortsansässigen Fabrik gewaschen und weiterverarbeitet werden und im örtlichen Gymnasium bereiten sich die jungen Erwachsenen auf ihren anstehenden Abschluss vor. Anders ist lediglich die neue Lehrerin Karen, die ihre Theaterklasse mit Fragen nach Emanzipation, Geschlechterrollen und dem eigenen Selbstbild konfrontiert und damit besonders die zurückhaltende Sara beeindruckt.
Mit ihrem Abschlussfilm für die DFFB erzählt die Regisseurin Anna Sofie Hartmann in langen Einstellungen und mit zunehmend irritierenden Auslassungen vom Schwebezustand der Figuren in einem allzu bekannten und statischen Mikrokosmos. Ihre selektiven Einblicke in die Lebens- und Gefühlswelten der jungen Protagonisten haben einen dokumentarischen Charakter und verzichten geradezu provokativ auf konstruierte Sinnzusammenhänge. Ganz bewusst blendet LIMBO das „Dazwischen“ aus, lässt Leerstellen und weiße Flecken nicht nur zu, sondern sucht sie offensiv. Auf diese Weise konfrontiert Hartmann auch die Zuschauer mit der eigenen Erwartungshaltung, lässt sie zum aktiven Teil ihrer Erzählung werden, nimmt dadurch entstehendes Unbehagen, und möglicherweise auch den Unmut darüber, bewusst in Kauf. „Die Dinge, die mich interessieren sind schwer mit Wörtern oder durch eine klare Handlung zu fassen“, beschreibt die Filmemacherin ihre Intention. „Mein Film hat einen langsamen Rhythmus, weil ich fest daran glaube, dass die Zeit zum Schauen, das Insistieren des Blickes, unsere Wahrnehmung verändert.“ Tatsächlich entfaltet der Film erst mit dem Einsetzen des Abspanns seine volle suggestive Kraft, wirkt lange nach und entfacht einen ungewöhnlich intensiven Verarbeitungsprozess, jenseits der eingespielten Routinen.

Jens Mayer

Details

Deutschland/Dänemark 2014, 80 min
Genre: Drama
Regie: Anna Sofie Hartmann
Drehbuch: Anna Sofie Hartmann
Kamera: Matilda Mester
Schnitt: Sofie Steenberger
Verleih: Peripher Filmverleih
Darsteller: Sofia Nolsøe Mikkelsen, Annika Nuka Matthiasen, Sofia Nolso, Laura Gustavsen, Mike Hansen
FSK: oA
Kinostart: 24.09.2015

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