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Leere Netze

Abwärtsspirale

Der junge Iraner Amir führt eine geheime Beziehung mit Narges, einer jungen Frau aus der Oberschicht. Um die Mitgift finanzieren und Narges vor einer Zwangsheirat bewahren zu können, nimmt er einen Job bei einer Fischerei an und wird in illegale Fischerei und den Schmuggel von Kaviar verwickelt.

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Liebe ist kompliziert. Noch komplizierter ist sie, wenn man in einem Land lebt, in dem soziale Ungleichheit, Arbeitsplatzmangel und arrangierte Eheschließungen allgegenwärtig sind. Der Anfang zwanzigjährige Iraner Amir (Hamid Reza Abbasi) führt eine geheime Beziehung mit Narges (Sadaf Asgari), einer jungen Frau aus der Oberschicht. Als Amir seinen Job als Kellner verliert, nimmt er einen Job bei einer außerorts gelegenen Fischerei an, um sich eine Ehe mit seiner Freundin leisten und ihre anstehende Zwangsheirat rechtzeitig verhindern zu können. Dabei wird er, angetrieben durch den Druck, genügend Geld für eine Mitgift verdienen zu müssen, in illegale Fischerei und den Schmuggel von Kaviar verwickelt.

Das Langfilmdebut von Autor und Regisseur Behrooz Karamizade ist ein nüchtern inszeniertes Drama mit vielversprechender, wenn auch nicht einmaliger, Prämisse. In ruhigen Einstellungen und unter spärlichem Einsatz von Musik präsentiert Leere Netze karge Landschaften, raue Wellen und zahlreiche Streitgespräche. Karamizade gelingt aber nie der Schritt von einer gelungenen Grundidee zu einem packenden Drama, denn die deutsch-iranische Produktion ist vor allem ein Film seiner Themen: Die Schere zwischen Arm und Reich, Inflation, Zwangsheirat, illegale Fischerei, Kaviarhandel und Sportwetten. Hinten an steht die eigentliche Erzählung, die um die besprochenen Missstände herum konstruiert wirkt. Dadurch wird die Geschichte vorhersehbar und der emotional aufgeladene Kernkonflikt kommt trotz der starken Schauspielleistungen von Abbasi und Asgari zu kurz. Die Beziehung zwischen Amir und Narges wird über die Laufzeit von 101 Minuten zweitrangig, Amirs Abwärtsspirale drängt sich in den Mittelpunkt, allein seine Fehltritte stehen im Zentrum.

Lukas Hoffmann

Details

Originaltitel: Empty Nets
Deutschland/Iran 2023, 98 min
Genre: Drama
Regie: Behrooz Karamizade
Drehbuch: Behrooz Karamizade
Kamera: Ashkan Ashkani
Schnitt: Anne Jünemann
Musik: John Gürtler, Jan Miserre
Verleih: Port-Au-Prince Pictures
Darsteller: Hamid Reza Abbas, Sadaf Asgari, Keyvan Mohamadi, Pantea Panahiha
FSK: 12
Kinostart: 18.01.2024

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Leere Netze

(Empty Nets) | Deutschland/Iran 2023 | Drama | R: Behrooz Karamizade | FSK: 12

Der junge Iraner Amir führt eine geheime Beziehung mit Narges, einer jungen Frau aus der Oberschicht. Um die Mitgift finanzieren und Narges vor einer Zwangsheirat bewahren zu können, nimmt er einen Job bei einer Fischerei an und wird in illegale Fischerei und den Schmuggel von Kaviar verwickelt.

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