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Landraub

Globale Akquise

Weltweit werden Kleinbauern ihre Felder billig abgekauft oder schlichtweg gestohlen, um darauf großindustrielle Landwirtschaft zu errichten. LANDRAUB macht das unüberschaubare System von Agrarsubventionen, moderner industrieller Landwirtschaft und Finanzmärkten durch den Perspektivwechsel von persönlicher Erfahrung zu überwältigenden Bildern industrieller Landschaften erfahrbar.

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LANDRAUB geht ein komplexes Thema an, und tut es in der scheinbar einfachsten Art. Er verzichtet fast völlig auf Off-Kommentare und lässt die Betroffenen und Beteiligten selbst erzählen. Der Landraub selbst ist dabei nur ein kleiner Teil der größeren Geschichte, Detail eines überwältigend großen Systems. Weltweit werden Kleinbauern ihre Felder billig abgekauft oder schlichtweg gestohlen, um darauf großindustrielle Landwirtschaft zu errichten. Stolz erzählen die Geschäftsführer von produktiven Palmen und den zu erwartenden Gewinnen. Sie sehen sich als Wohltäter armer Regionen oder als Wahrer von Traditionen. Ungarn gehörte schon früher zu Österreich, deswegen liegt es nahe, wieder da zu investieren, erzählt einer. Auf der anderen Seite stehen Kleinbauern, die ohne Felder nicht mehr ihre eigene Nahrung anbauen können und für dieselben Firmen, die ihr Land nun besitzen, arbeiten müssen, um zu überleben. Wenn auch vieles nicht vor unserer Haustür stattfindet, so wird es doch befüttert von EU-Hilfsprogrammen, die ein sich selbst erhaltendes System geworden sind, in dem „garantierte Nachhaltigkeit“ ein eigenes Produkt geworden ist, bei dem es nur noch um Hektar, Erträge und Konzessionen geht.
Insgesamt ist der Film als eine Reihe von Zoom-Outs gestaltet, die mit dem Fokus auf einer erzählenden Person beginnen und dann stetig den Blick ausweiten, bis man mit dem ganzen Komplex konfrontiert ist. Arbeiter in Reih und Glied, die ihrer Firma Treue schwören, bevor die Kamera sich hebt und man sie in endlosen Palmenplantagen ameisengleich herumwuseln sieht. Anderswo sind riesige Maschinen zu sehen, die Felder bewässern und dabei wie etwas aus TERMINATOR 2 erscheinen. Diese Bilder machen die Geschichten von nicht mehr überschaubaren Systemen erfahrbar, die erst Bedürfnisse erschaffen, um diese dann durch Raub und Ausbeutung profitreich zu befriedigen.

Christian Klose

Details

Österreich 2015, 95 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Kurt Langbein
Drehbuch: Kurt Langbein, Christian Brüser
Kamera: Attila Boa, Wolfgang Thaler, Christian Roth
Schnitt: Andrea Wagner
Musik: Thomas Kathriner
Verleih: Movienet Filmverleih
FSK: oA
Kinostart: 08.10.2015

Website

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