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Das Land der Heiligen

Die Mütter der Mafia

Die Mafia aus Perspektive der Frauen: Staatsanwältin Vittoria ist aus Norditalien gekommen, um die Strukturen der `Ndragheta aufzubrechen. Ihr Weg kreuzt den von Assunta, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes mit seinem Bruder zwangsverheiratet wird, um „die Familie“ zusammenzuhalten.

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In einem Küstenort in Kalabrien treten zwei Frauen eine neue Lebensphase an: Die getriebene Staatsanwältin Vittoria ist aus Norditalien gekommen, um die Strukturen der `Ndragheta aufzubrechen. Wie gefährlich das ist, merkt sie nicht erst, als sie die erste anonyme Botschaft bekommt. Fest in diesen Strukturen steckt Assunta, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes mit seinem Bruder Nando zwangsverheiratet werden soll. Glücklich darüber sind weder sie noch Nando, aber der Boss will, dass die Familie zusammengehalten wird. Als Nando bei einem Anschlag auf Vittoria festgenommen wird und Assuntas älterer Sohn eine Karriere in der Organisation einschlägt, kreuzen sich die Wege der beiden Frauen. Denn Vittoria weiß, dass man bei dieser Familie Druck am besten über ihre Kinder aufbauen kann.
LAND DER HEILIGEN beleuchtet das Genre des Mafiafilms aus der Sicht der Frauen innerhalb der Organisation. Zwar ist die `Ndragheta eine durch und durch patriarchale Gesellschaft, aber man sieht gerade in den kleinen Momenten, wie wenig die Frauen ihren Söhnen und Männern nachstehen. Assuntas Hochzeitsnacht mag mehr an eine Vergewaltigung als an einen Akt der Liebe erinnern, aber mit wenigen Gesten zeigt sie, dass sie, wenn schon nicht in „Il Famiglia“, dann doch in der Familie die Stärkere ist. Die Männer zelebrieren sich selbst und das Land, in dem „jeder auf seine Weise religiös ist“ in mystischen Riten, letztlich verheizen sie ihre Kinder aber für reinen Profit. Es sind die Frauen, die das Ganze in seinen kleinsten Zellen zusammenhalten. Dafür sind sie es dann aber auch, die die Opfer betrauern und ihre Söhne daher nicht so sorglos in den Tod schicken. Mit dem gewohnten Mafiaprunk hat das wenig zu tun. Selbst die wenigen Szenen, die nicht in schmucklosen Zweckräumen stattfinden, zeigen ein Kalabrien der ausgewaschenen Farben, als wäre das Land so entzaubert wie dieser Blick auf das organisierte Verbrechen.

Christian Klose

Details

Originaltitel: La terra dei santi
Italien 2015, 89 min
Sprache: Italienisch
Genre: Krimi, Familienfilm
Regie: Fernando Muraca
Drehbuch: Monica Zapelli
Kamera: Federico Annicchiarico
Schnitt: Marcello Saurino
Verleih: Kairos Filmverleih
Darsteller: Ninni Bruschetta, Valeria Solarino, Lorenza Indovina, Daniela Marra, Tommaso Ragno, Francesco Colella, Piero Calabrese
Kinostart: 22.06.2017

Vorführungen

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