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Irrational Man

Kriselnder Philosophieprofessor

Ein Philosophieprofessor kommt auf irrationale Ideen.

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Woody Allens Filme leben, atmen und bewegen sich überhaupt nur durch die Dialoge. In ihnen legen die Figuren ihr Innerstes auf den Tisch. Zwischentöne sind selten, Fragen bleiben in der Regel keine offen. Das Prinzip Allen funktioniert also vor allem dann, wenn die Dialoge scharfsinnig, klug und witzig sind. Wenn das Fundament der Handlung darunter allerdings nicht trägt, dann kommt so etwas wie SCOOP oder MAGIC IN THE MOONLIGHT dabei heraus, die bestenfalls das Attribut „nett“ erhielten.
So ist jeder neue Film von Woody Allen ein Risiko, welches seine vor allem hierzulande zahlreichen Fans gerne eingehen. Ob sie jedoch mit „Irrational Man“ warm werden, bleibt abzuwarten. Allen befasst sich darin nach dem viel gelobten „Match Point“ erneut mit moralischen Grenzen der menschlichen Natur. Allerdings auf zunächst ganz rationale Weise. Protagonist (und Alter Ego des Filmemachers) ist der Philosophieprofessor Abe Lucas. Als neue Lehrkraft kommt der gefeierte Geist an das College in Newport. Dort wird der Junggeselle von den Kolleginnen hofiert und auch die junge Studentin Jill Polard fühlt sich zu dem genialen Kopf hingezogen. Doch Abe ist in einer tiefen existentiellen Krise und der Whisky sein einziger Freund. Bis er sich auf eine Liaison mit Jill einlässt und auf irrationale Ideen kommt.
Im Prinzip macht Allen auch bei seinem neuen Werk, das im Wettbewerb von Cannes seine Premiere feierte, wenig anders als bei seinen bisherigen. Die Dialoge zwischen dem Professor und seiner Muse sind pointiert, die Darsteller handverlesen. Allerdings will der Funke bei IRRATIONAL MAN nicht so recht überspringen. Wo MATCH POINT mit einer perfiden Spannung punktet, wirkt die Story hier komplett behauptet. Löcher in der Logik kaschiert Allen mit seinen stets quatschenden Charakteren. Wenn diese allerdings schweigen und sich der Vorhang senkt, bleibt wenig zurück.

Lars Tunçay

Details

USA 2015, 96 min
Genre: Drama, Komödie, Thriller
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Kamera: Darius Khondji
Schnitt: Alisa Lepselter
Verleih: Warner Bros. GmbH
Darsteller: Joaquin Phoenix, Emma Stone, Parker Posey
FSK: 12
Kinostart: 12.11.2015

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