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Inu-Oh

Rock-Oper-Superstars

Der monströse Inu-Oh wurde durch einen Fluch im Mutterleib entstellt, der Mönch Tomona erblindete durch einen Fluch. Gemeinsam werden sie zu Rock-Superstars, vor 600 Jahren, in dem sie die Geschichten unruhiger Toter besingen.

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Der Animationsfilm INU-OH erzählt die Geschichte von zwei jungen Männern. Beide sind verflucht: Tomona stammt aus einer Familie, die im Fluss nach den Überresten einer mythischen Schlacht taucht. Als er mit seinem Vater ein Artefakt birgt, stirbt der Vater sofort, Tomona wird geblendet. Tomona wird zu einem Biwa-hoshi, einem blinden Mönch, der durchs Land reist und Geschichten zur Biwa-Laute vorträgt. Das bedeutendste Werk in der mittelalterlichen Tradition der Biwa-Mönche sind die „Heike Monogatari“ des Mönchs Akashi Kakuichi, Geschichten eines untergegangenen Samurai-Geschlechts, nach deren Schätzen Tomonas Familie tauchte. Als Tomona einem monströs entstellten Jungen begegnet, finden sie gemeinsam heraus, dass der Junge, der sich nun Inu-Oh, der „Herr der Hunde“ nennt, von den Geistern der Heike umschwärmt wird. Sie flüstern ihm neue Geschichten der Heike ins Ohr, die er als Songs mit Tomona vorträgt. Inu-Oh ist der verstoßene und verfluchte Sohn eines Meisters des Noh-Tanzes, und gemeinsam werden sie zu Stars. Ab hier wird der Film zu einer Art Rock-Oper. Die traditionellen Biwa-Klänge werden zur E-Gitarre, und die Bühnenshows der Auftritte von Tomona und Inu-Oh werden immer elaborierter, bis sie Stadionrockkonzerten gleichen. Mit jedem neuen Song verliert Inu-Oh ein Stück Monstrosität, aber allmählich ziehen sie den Zorn der Traditionalisten und des Shogun auf sich. Der virtuos gezeichnete Film arbeitet mit vielen unterschiedlichen visuellen Stilen. Die Geschichte erinnert an Osamu Tezukas Manga-Klassiker „Dororo“, in dem sich der Held seinen Körper ebenfalls allmählich zusammensuchen muss, aber es klingt noch etwas anderes an: der Wandel der japanischen Kultur nach dem Krieg, als der Einfluss neuer amerikanischer Musik einer Generation einen neuen Weg der Subjektwerdung versprach.

Tom Dorow

Details

Japan/China 2021, 98 min
Genre: Animation
Regie: Masaaki Yuasa
Drehbuch: Hideo Furukawa, Akiko Nogi
Schnitt: Kiyoshi Hirose
Musik: Yoshihide Ôtomo
Verleih: Weltkino
FSK: 16
Kinostart: 17.11.2022

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Inu-Oh

Japan/China 2021 | Animation | R: Masaaki Yuasa | FSK: 16

Der monströse Inu-Oh wurde durch einen Fluch im Mutterleib entstellt, der Mönch Tomona erblindete durch einen Fluch. Gemeinsam werden sie zu Rock-Superstars, vor 600 Jahren, in dem sie die Geschichten unruhiger Toter besingen.

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Mitte

Babylon

16.06. – So

TicketsKartenreservierung: https://babylonberlin.eu/programm OmU15:45

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