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Kleinstadt-Tristesse

Franka Potentes Spielfilm HOME spielt in einer kalifornischen Kleinstadt, die von Armut und Opiatsucht geprägt ist. Marvin kehrt nach 17 Jahren im Gefängnis in seine Heimatstadt zurück, wo ausgerechnet die Enkelin der Frau, die er ermordete, Sympathien für ihn entwickelt.

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Vor 15 Jahren drehte Franka Potente DER DIE TOLLKIRSCHE AUSGRÄBT, ein 45 Minuten kurzes Experiment, dass der expressionistischen Stummfilmästhetik nachempfunden war. Inzwischen ist viel passiert, Potente hat ihrer Heimat den Rücken gekehrt und lebt mit Mann und Kindern in den USA, tritt nur noch gelegentlich in Kinofilmen auf, hat stattdessen nun zum ersten Mal einen Langfilm geschrieben und inszeniert. HOME spielt in Kalifornien, in der Kleinstadt Newhall, weit von den Küstenmetropolen San Francisco und Los Angeles entfernt.
Hier wuchs Marvin (McLaughlin) auf, der nach 17 Jahren im Gefängnis nach Hause zurückkehrt, weil seine Mutter Bernadette (Kathy Bates) im Sterben liegt. Beliebt ist er in seiner Heimat nicht. Im Rausch tötete er einst eine Frau, deren Enkelin Delta (Aisling Franciosi) nun Sympathien für den Außenseiter entwickelt. Delta arbeitet im Krankenhaus und vertickt als Zubrot gestohlene Tabletten, vor allem Opiate, auch an Marvins Kindheitsfreund Wade (Derek Richardson). Wade war damals Zeuge von Marvins Tat, konnte seinen Freund jedoch nicht zurückhalten und betäubt nun sein Schuldgefühl.
Warum ausgerechnet eine deutsche Regisseurin einen Film über amerikanische Kleinstadt-Tristesse drehen muss, ein Sujet, das gerade auf dem US-Independent-Festival Sundance stets präsent ist, mag man sich fragen. Als Außenstehende ist Potentes Blick notgedrungen stets der einer Fremden, was zu manch klischeehafter Darstellung von Armut und der grassierenden Opiatsucht führt. Doch Potentes Blick auf die Welt von Marvin bleibt erfreulich unpathetisch, die Schauspieler agieren zurückhaltend. Mit großer Empathie wird eine Geschichte von der anderen, der dunklen Seite des amerikanischen Traums erzählt, die von Armut und Sucht geprägt ist und nicht vom Glamour Hollywoods.

Michael Meyns

Details

USA/Deutschland 2020, 100 min
Sprache: Englisch
Genre: Drama
Regie: Franka Potente
Drehbuch: Franka Potente
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Antje Zynga
Musik: Volker Bertelmann
Verleih: Weltkino
Darsteller: Jake McLaughlin, Kathy Bates, Aisling Franciosi, Derek Richardson, James Jordan, Lil Rel Howery, Stephen Root
Kinostart: 29.07.2021

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