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Hockney

Innere Unabhängigkeit und feiner Humor

In einer dichten Mischung aus Interviewzeugnissen von Freunde und Kollegen, visuellen Befragungen seiner Werke und filmischen Experimenten aus Hockneys Privatarchiv puzzlet HOCKNEY zusammen, wie der Künstler David Hockney die Welt sieht.

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Der Dokumentarfilm HOCKNEY ist wie der Künstler David Hockney ist wie sein Werk: flink, farbenfroh, frech, zugleich sehr aufmerksam, voller bewusster Wahrnehmung, mit Tiefgang und Zärtlichkeit, überhaupt nicht naiv und trotzdem optimistisch. In der dichten Mischung aus Interviewzeugnissen seiner Freunde und Kollegen, visuellen Befragungen seiner Werke und filmischen Experimenten aus Hockneys Privatarchiv wird zusammengepuzzelt, wie David die Welt sieht. Hockney ist - auf eine freundliche, aber bestimmte Art, die sehr britisch anmutet - ein Verteidiger von Freiheiten. Seine innere Unabhängigkeit erlaubt ihm einen feinen Humor, mit dem er auch in einer todernst auf abstrakten Expressionismus eingestimmten Umgebung seelenruhig weiter figurativ arbeiten konnte. Dabei hält er die verabsolutierte Zentralperspektive für „unmenschlich“ und plädiert für eine Multiperspektivität, die er in seinen Foto- und Gemäldecollagen selbst einlöst. Solch Nonkonformismus nahm seinen Anfang mit Davids Vater, der, obwohl ein Angehöriger der Arbeiterklasse und kein Aristokrat, ihm beibrachte, sich nicht „zu sehr“ darum zu sorgen, was die Nachbarn denken könnten. Folgerichtig versteckte der junge Künstler sein Schwulsein nicht, obwohl Homosexualität in den 60ern noch unter Strafe stand. Danach gefragt, ob er Diskriminierungen ausgesetzt war, bemerkt er nur lakonisch, er habe in „Bohemien“ gelebt, und das Reich der Bohémiens sei ein sehr tolerantes Land… Von dieser Lebenswelt der Künstler und Intellektuellen, die intensiven freundschaftlichen Austausch pflegen, bekommt man im Vorbeigehen einen vitalen Eindruck. Anschaulich werden ebenso die verschiedenen Werkgruppen Hockneys. Regisseur Randall Wright gelingt es, Entstehungskontexte so vor Augen zu führen, dass die zugrundeliegenden Fragestellungen des Künstlers gut nachvollziehbar werden.

Anna Stemmler

Details

Großbritannien 2014, 112 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Randall Wright
Drehbuch: Randall Wright
Kamera: Patrick Duval
Schnitt: Paul Binns
Musik: John Harle
Verleih: Arsenal Filmverleih
Kinostart: 15.10.2015

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