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Hieronymus Bosch – Schöpfer der Teufel

Leidenschaftlicher Museumszirkus

Der Dokumentarfilm begleitet ein Kuratorenteam aus Hieronymus Boschs Heimatstadt s’Hertogenbosch bei den Vorbereitungen zur großen Jubiläumsausstellung, die dort in diesem Jahr zu sehen war. Der Film gibt interessante Einblicke in die kuratorische Arbeit und in Boschs Werk.

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Hieronymus Bosch (ca. 1450 – 1516) ist der bekannteste und der mysteriöseste Maler des ausgehenden Mittelalters. Seine von bizarren, comichaft gezeichneten Monstern besiedelten Höllenvisionen erfanden innerhalb der gewohnten religiösen Sujets eine völlig neue Bildsprache und inspirierten Künstler von Salvador Dali bis John Carpenter. Anlässlich seines 500-jährigen Jubiläums in diesem Jahr haben gleich mehrere Museen Bosch-Retrospektiven ausgerichtet. Der Dokumentarfilm begleitet das Team aus Boschs Geburtsstadt s’Hertogenbosch in den Niederlanden, das sich einiges vorgenommen hat. Zum einen wollen die Kuratoren große Teile des bekannten, etwa 25 Gemälde umfassenden Gesamtwerks, in die Stadt holen, die selbst kein einziges Original besitzt. Zum anderen wollen sie die Werke neu vermessen und analysieren und so zur Klärung der Frage beitragen, welche Bilder tatsächlich vom Meister selbst stammen. Im Madrider Prado werden die Kunsthistoriker eher frostig empfangen und ihre Analysemethoden skeptisch beäugt. In der Accademia in Venedig ist man dagegen gerne bereit, die Kronjuwelen herauszugeben – wenn die Niederländer die aufwändige Restauration übernehmen. HIERONYMUS BOSCH bietet einen interessanten Einblick in den Museumszirkus, in dem jeder auf seinem Wissen und seinen Pfründen sitzt und Kooperationen mit großem diplomatischem Aufwand ausgehandelt werden müssen. Natürlich geht es auch darum, wer die größte Show hinlegt. Aber gleichzeitig sind alle leidenschaftlich bei der Sache. Die Annäherung an das Werk Boschs über die Arbeit der Ausstellungsmacher gleicht einer Entdeckungsreise. Man ist quasi dabei, wenn aus der intensiven Beschäftigung mit den Bildern die Theorien erst entstehen, die später in den Ausstellungskatalogen wie verbrieftes Wissen klingen.
Der Dokumentarfilm HIERONYMUS BOSCH war im August bereits einmal in einer gekürzten Fassung auf arte zu sehen. Jetzt kommt der 30 Minuten längere „director’s cut“ ins Kino.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Jheronimus Bosch, Touched by the Devil
Niederlande 2016, 83 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Pieter van Huystee
Drehbuch: Pieter van Huystee, Hans Dortmans
Kamera: Hans Fels
Schnitt: Michiel Rummens
Musik: Paul M. Van Brugge
Verleih: mindjazz pictures
Kinostart: 15.09.2016

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