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Hayored Lema'ala – Afterthought

Die Grundidee ist so einfach wie einleuchtend. Elad Keidan schickt in seinem wunderbar eigenwilligen Regiedebüt zwei Männer auf die steilen, scheinbar endlosen Treppenstufen, die in Haifa den Hafen mit den oberen Stadtvierteln verbinden. Zu Fuß machen sie sich unbewusst auf eine existentialistische Reise.

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Der junge Uri (Itay Tiran) von oben nach unten, um mit einem Schiff dem Militärdienst zu entgehen, in entgegengesetzter Richtung Ex-Lehrer Moshe (Uri Klauzner) auf der Suche nach dem Ohrring seiner Frau. Unterwegs haben sie einige merkwürdige Begegnungen – und treffen in der Mitte auch einander – ein Moment, der beide verändert. Danach sehen wir, wie sie Orte passieren, die der jeweils andere bereits hinter sich hat, mit anderen Augen. Und der Berg Karmel mit seinem einzigartigen Panorama erweist sich als prägender Protagonist ihrer Lebensläufe. Elad Keidan spinnt daraus ein feines Netz absurd-komischer Momente, deren Humor oft buchstäblich um die nächste Straßenecke gedacht ist. Erst Schritt für Schritt gibt der Film seine Geheimnisse Preis, und damit die seiner Protagonisten. Doch wer sich auf das kontemplative Tempo einlässt, wird in dieser nur scheinbar beiläufigen Komödie mit erhellenden metaphysischen Momenten belohnt. Und lernt nebenbei noch so einiges über das Innenleben israelischer Männer.

Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam

Details

Originaltitel: Hayored Lema'ala
Israel 2015, 105 min
Genre: Drama
Regie: Elad Keidan
Drehbuch: Elad Keidan
Kamera: Yaron Scharf
Schnitt: Arik Leibovitch
Darsteller: Itay Tiran, Uri Klauzner, Michaela Eshet, Ohad Shahar

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