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Die Götter von Molenbeek

„Ist er nicht“ „Ist er doch“

In den Medien ist der Brüsseler Bezirk Molenbeek seit den Terror-Anschlägen von 2016 als Brutstätte des Dschihadismus bekannt – für die sechsjährigen Kinder Aatos, Amine und Flo ist es der Ort, an dem sie spielen, Abenteuer aushecken und debattierend ihre Welt verhandeln.

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DIE GÖTTER VON MOLENBEEK ist ein ungewöhnlich schöner Dokumentarfilm, der auf eine sehr zarte und präsente Weise ein komplexes Stück Wirklichkeit einfängt. Die finnische Regisseurin Reetta Huhtanen hat ihren Neffen, den sechsjährigen Aatos beim Spielen mit seinem besten Freund Amine und seiner Freundin Flo gefilmt. Aatos und Amine streunen durch die Straßen von Brüssels Einwandererbezirk Molenbeek. In den Medien ist der Bezirk seit den Terror-Anschlägen von 2016 als Brutstätte des Dschihadismus bekannt – für Aatos und Amine ist es einfach die Welt, in der sie leben, spielen, sich streiten, Abenteuer aushecken und den ganzen lieben langen Tag debattieren und dabei engagiert, albern und rasant das Thema wechselnd ihre Welt verhandeln. Aatos interessiert sich gerade sehr für Götter, sei es Allah, Thor mit dem Hammer oder der Götterbote Hermes, und die Frage, wer der wichtigste von ihnen ist. Amine kommt aus einer gläubigen muslimischen Familie, und für ihn ist die Sache klar, und Flo ist eine energische Atheistin. Reetha Huthanen fängt die Gespräche der Kinder so ein, als wäre sie mittendrin und zugleich unsichtbar. Fast immer scheinen sie vollkommen in ihrer Welt aufgehoben und sich der Erwachsenen und der Kamera gar nicht bewusst. Die Ideologien der Großen spiegeln sich in den Welterklärungsversuchen der Kinder, doch die Debatte, ob Jesus Gottes Sohn ist - „Ist er nicht“, „Ist er doch“ – ist irgendwie besser, wenn die Diskutanten dabei entspannt auf dem Teppich einer Moschee herumkugeln. Mitten im Film erschüttern die Terroranschläge in der Brüsseler U-Bahn und am Flughafen die Stadt und gelangen über Radio und Fernsehen, Ansagen in der U-Bahn und die vielen Polizisten in der Stadt in die Welt der Kinder. Sehr aufmerksam und liebevoll erzählt DIE GÖTTER VON MOLENBEEK daraufhin auch davon, wie Aatos, Amine und Flo den Terror in ihren Spielen und Gesprächen aufnehmen und verarbeiten.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Aatos ja Amine
Finnland/Belgien/Deutschland 2019, 73 min
Sprache: Französisch, Finnisch, Arabisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Reetta Huhtanen
Kamera: Hannu-Pekka Vitikainen
Schnitt: Jamin Benazzouz
Musik: Tuomas Nikkinen, Cassis Birgit Staudt
Verleih: Real Fiction
Kinostart: 21.11.2019

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Preview: Die Götter von Molenbeek , m. Gast u. Gespräch

(Aatos ja Amine) | Finnland/Belgien/Deutschland 2019 | Dokumentarfilm | R: Reetta Huhtanen

In den Medien ist der Brüsseler Bezirk Molenbeek seit den Terror-Anschlägen von 2016 als Brutstätte des Dschihadismus bekannt – für die sechsjährigen Kinder Aatos, Amine und Flo ist es der Ort, an dem sie spielen, Abenteuer aushecken und debattierend ihre Welt verhandeln.

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Acud Kino

19.11. – Di

TicketsKartenreservierung: Tel. 030/44 35 94 98, https://acudkino.de/ 17:00

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