Entfernung über GPS
ab PLZ

Évolution

Ozeanischer Horrortrip

Auf einer Insel leben ausschließlich Jungen im gleichen Alter – um die 10 Jahre alt – und Frauen, die sich alle gleich kleiden, „Mutter“ genannt werden wollen, und mit den Jungen beängstigende Experimente im nahen Krankenhaus durchführen. Ein ozeanischer, seltsamer, tosender, Horrortrip.

Mehr

Lucile Hadžihalilović, Partnerin und Drehbuchautorin von Gaspar Noé, hat nach INNOCENCE (2004) mit ihrem zweiten Film ÉVOLUTION eine so sinnliche wie unheimliche Kinoerfahrung inszeniert, die weniger verstanden als erlebt werden will. Auf einer Insel leben ausschließlich Jungen im gleichen Alter – um die 10 Jahre alt – und Frauen, die sich alle gleich kleiden und „Mutter“ genannt werden wollen, aber ob sie die richtigen Mütter der Kinder sind, ist zweifelhaft. Die Frauen haben seltsame Hautringe auf dem Rücken, die an Saugnäpfe erinnern. Nachts treffen sie sich am Meer und führen seltsame Rituale durch. Sie verabreichen den Jungen seltsame tiefblaue Medizin und führen sie immer wieder ins Krankenhaus, wo die Jungen schließlich vollständig bleiben, wobei ihnen allmählich klar wird, dass sie keineswegs krank sind.
Das Meer und das Krankenhaus sind in ÉVOLUTION beängstigende Motive, auch erotische, vor allem aber körperliche, sensuelle Motive, um die herum der Film seine ganz eigene Handlungs-, Bild- und Tonwelt baut. Ständig tost und braust es auf der grandiosen Tonspur. Mal ist da nur ein leises Grollen, mal ein beängstigendes Donnern. Der Rhythmus der Brandung verbindet sich mit dem Rhythmus der schlagenden Herzen, dem Heulen des Winds, Wassertropfen, dem Knirschen von Maschinerie, bis er Teil eines körperlichen Erlebnisses geworden ist, unterstützt von einer Kamera, die diese Rhythmen aufnimmt im Absinken eines Fahrstuhls oder in den Neonleuchten, die ein Junge an der Krankenhausdecke bei halbem Bewusstsein sieht, während er auf einer Liege einen Korridor entlang geschoben wird. ÉVOLUTION, auf Lanzarote gefilmt, kontrastiert die Einsamkeit und trockene Kargheit der Landschaft mit dem organischen Überfluss der Meereswelt. Ein umwerfender Film des Übergangs, der sinnlichen Grenze und Grenzüberschreitung, exzessiv und ekstatisch, mehr Trip als Erzählung.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Evolution
Frankreich/Spanien/Belgien 2014, 81 min
Genre: Drama, Horror, Mysterie
Regie: Lucile Hadzihalilovic
Drehbuch: Lucile Hadzihalilovic, Alanté Kavaité
Kamera: Manuel Dacosse
Musik: Zacarias M. de la Riva, Jesus Diaz, Marcel Landowski
Verleih: Wild Bunch Germany
Darsteller: Max Brebant, Roxane Duran, Julie-Marie Parmentier
Kinostart: 16.06.2016

IMDB

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.