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Eva Hesse

Flucht in die Kunst

Eva Hesse wird 1936 als Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts in Hamburg geboren. Vor den Nazis flieht die Familie in die Vereinigten Staaten, wo Hesse später zu einer der bedeutendsten Nachkriegskünstlerinnen wird, bevor sie mit nur 34 Jahren an einem Hirntumor stirbt.

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„Mein Leben verlief niemals normal, nie“. Mit diesem Zitat beginnt der Dokumentarfilm von Marcie Begleiter, dem es gelingt, uns ein in der Tat außergewöhnliches und auch tragisches Leben näher zu bringen. Eva Hesse wird 1936 als Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts in Hamburg geboren. Vor den Nazis flieht die Familie in die Vereinigten Staaten, da ist Eva noch ein kleines Mädchen. In den USA, wo sie unter anderem beim Bauhäusler Josef Albers Malerei studiert, avanciert Hesse schließlich zu einer der bedeutendsten Nachkriegskünstlerinnen. In der ihr gegebenen Lebenszeit, Hesse stirbt bereits mit 34 Jahren, hinterlässt die bildhübsche Künstlerin mit den schwarzen Haaren ein Oeuvre, von dem andere Schaffende kaum zu träumen wagen: äußerst vielgestaltig, von Zeichnung über Malerei bis zur Skulptur, so poetisch wie verspielt, teils spirituell, teils minimalistisch, irgendwo zwischen Arte Povera und Surrealismus. Legendär etwa die aus Materialien wie Polyesterharz, Fiberglas und Latex gefertigten, enigmatischen Objekte der 60er Jahre. Obwohl sie zu einer Zeit reüssiert, da Frauen in der Kunst noch weit weniger zu melden hatten als heute, hadert Hesse mit ihren Fähigkeiten. In Briefen, an den Konzeptkünstler Sol LeWitt etwa, heißt es: „Ich vertraue mir nicht genug“. Um an all den Traumata nicht zu zerbrechen – kurz vor Evas zehntem Geburtstag nimmt sich ihre Mutter das Leben, mit Männern hat sie wenig Glück – stürzt sie sich förmlich in die Kunst. Dem Hirntumor aber, dem Eva Hesse am 29. Mai 1970 in New York erliegt, kann keine noch so radikale Kunst beikommen. Selten hat einen zuletzt eine Künstler-Doku derart bewegt. Wer nach Sichtung Interesse verspürt, sich weitergehend mit Eva Hesse zu beschäftigen, dem sei das Buch „Eine berührbare Frau“ des Journalisten und Autors Michael Jürgs empfohlen.

Matthias von Viereck

Details

Deutschland 2015, 105 min
Genre: Biografie, Dokumentarfilm
Regie: Marcie Begleiter
Drehbuch: Marcie Begleiter
Kamera: Nancy Schreiber
Schnitt: Ed Moore (III)
Musik: Andreas Schäfer, Raffael Seyfried
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Kinostart: 28.04.2016

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