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Erich Mielke – Meister der Angst

Der Mensch hinter der Stasi

Ein Teil des Films resümiert Mielkes politische Karriere mit erprobten dokumentarischen Techniken wie Interviews und der Montage von Film- und Tondokumenten, die ein Off-Kommentar in den historischen Kontext bettet. Die zweite Ebene porträtiert Erich Mielke in szenischen Einschüben mit dem Schauspieler Kaspar Eichel als Mielke.

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Im November 1989, am Ende seiner 32-jährigen Amtszeit als Stasi-Chef, stammelte Erich Mielke vor der DDR-Volkskammer die berühmt gewordene Beteuerung „Ich liebe doch alle – alle Menschen.“ Für seine politischen Gegner war das natürlich der blanke Hohn. Als langjähriger Chef des Ministeriums für Staatssicherheit personifizierte Erich Mielke das in der DDR begangene Unrecht und die totale Stasi-Überwachung wie kaum ein anderer Amtsträger. In ihrem Dokudrama ERICH MIELKE – MEISTER DER ANGST stellen die Regisseure Jens Becker und Maarten van der Duin nun nicht die Geschichte und Organisation der Stasi, sondern Erich Mielke selbst ins Zentrum.
Ein Teil des Films resümiert Mielkes politische Karriere mit erprobten dokumentarischen Techniken wie Interviews und der Montage von Film- und Tondokumenten, die ein Off-Kommentar in den historischen Kontext bettet. Die zweite Ebene porträtiert Erich Mielke in szenischen Einschüben mit dem Schauspieler Kaspar Eichel als Mielke. Die Filmszenen beschränken sich auf die letzten Tage der DDR und ein Gespräch zwischen Mielke und einer Psychologin, die ein Profil des inhaftierten Stasi-Chefs erstellen soll. Das frei auf Protokollen basierende Gespräch veranschaulicht, dass Mielke bis zuletzt im Sinne der SED handelte. Erst verweigerte der überzeugte Ordnungshüter die Aussage, dann täuschte er eine Demenz vor – auf keinen Fall wollte der vormalige Stasi-Chef seinen Gegnern in die Hände spielen. Die Spielfilmszenen wirken zunächst etwas ungelenk, gehen letztlich aber eine fruchtbare Verbindung mit dem Quellenmaterial ein. Ihren Anspruch, den Menschen hinter der Stasi zu porträtieren, lösen die Filmemacher daher vor allem mit den fiktiven Einschüben und weniger mit dem eher solide arrangierten Dokumentarfilmteil ein.

Christian Horn

Details

Deutschland 2015, 95 min
Genre: Dokumentarfilm, Drama
Regie: Jens Becker, Maarten van der Duin
Drehbuch: Maarten van der Duin, Jens Becker
Kamera: Jürgen Rehberg, Oliver Buschner
Schnitt: Markus Thüne
Verleih: polyband Medien GmbH
Darsteller: Kaspar Eichel
Kinostart: 05.11.2015

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