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Drei Gesichter

Große und kleine Metaphern

Regisseur Jafar Panahi erhält ein Handy-Video, in dem eine junge Frau mit Selbstmord droht. Gemeinsam mit der Schauspielerin Behnaz Jafari macht er sich auf den Weg in die Provinz, um sie zu finden.

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Sie träume davon Schauspielerin zu werden, erzählt eine junge Frau in einem Handy-Video, habe die Prüfung an der Uni dafür bestanden, doch ihre Familie verwehre ihr nun diesen Wunsch aus Angst davor, in ihrem Bergdorf an Ansehen zu verlieren. Sie sieht keinen Ausweg mehr und schickt ihre letzte Botschaft aus einer Höhle an den Regisseur Jafar Panahi, der sie an die berühmten Schauspielerin Behnaz Jafari weiterleiten soll, ehe sie nach dem Strick greift.
Es ist ein bedrückender Anfang für einen über weite Strecken ziemlich heiteren Film, in dem Panahi, Regisseur von TAXI TEHERAN, wieder einmal am Steuer eines Wagens sitzt, diesmal, um mit der aufgewühlten Behnaz Jafari in die Provinz im Nordwesten des Irans zu fahren, wo sie herausfinden wollen, was hinter der Geschichte steckt, und ob es sich tatsächlich um eine authentische Videoaufnahme handelt.
Die Begegnungen mit den Menschen in den Dörfern seiner Heimatregion bieten Panahi Gelegenheit, Begriffe wie Freiheit und Fortschritt aus unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten. So hat sich beispielsweise in den engen Serpentinen der Berge ein ausgeklügeltes Hup-System etabliert, das die Vorfahrtsrechte der Fahrzeuge regelt. Erst als die Zuschauer viel später erfahren, dass eine Anwohnerin die Straße schon längst vergrößert hätte, wenn man sie nur gelassen hätte, wird die Bewertung der gängigen Praxis infrage gestellt.
Der Road-Trip führt an vielen solcher, mal großen, mal kleinen Metaphern für die Situation im Iran vorbei, ohne die Geschichte mit Symbolik zu überfrachten. Auch Panahis persönliche Situation als Künstler mit Berufsverbot ist wieder Thema. Die Erzählfäden laufen diesmal aber nicht bei ihm, sondern bei Shahrzad zusammen, einer geschassten Filmdiva, die geächtet und isoliert in einem der Bergdörfer lebt und zum Fixpunkt für die Protagonistinnen wird.

Jens Mayer

Details

Originaltitel: Se Rokh
Iran 2018, 84 min
Genre: Drama
Regie: Jafar Panahi
Drehbuch: Jafar Panahi
Verleih: Weltkino
Darsteller: Jafar Panahi, Behnaz Jafari, Marziyeh Rezaei
FSK: 12
Kinostart: 26.12.2018

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Drei Gesichter

(Se Rokh) | Iran 2018 | Drama | R: Jafar Panahi | FSK: 12

Regisseur Jafar Panahi erhält ein Handy-Video, in dem eine junge Frau mit Selbstmord droht. Gemeinsam mit der Schauspielerin Behnaz Jafari macht er sich auf den Weg in die Provinz, um sie zu finden.

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