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Djam

Musik der Ungeliebten

Die junge Griechin Djam, eine Rembetiko-Musikerin, lernt in der Türkei die gestrandete Französin Avril kennen. Der gemeinsame Weg zurück führt über eine Route, die gezeichnet ist von Flüchtlings- und Finanzkrise.

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Schon in der ersten Szene reißt sie einen mit sich: Djam (Daphné Patakia) tanzt und singt mit Innbrunst ein Lied des Rembetiko, einem Musikstil der aus griechischer Volksmusik mit osmanischen Einflüssen hervorgegangen ist. Kurz darauf wird die junge Frau, die mit ihrem Stiefvater (Simon Abkarian) auf Lesbos lebt, von ihm nach Istanbul geschickt. Dort soll sie ein Ersatzteil für sein Boot besorgen, das im Hafen brach liegt statt Touristen zu chauffieren. Touristen, die sowieso nicht mehr kommen, da an ihrer Stelle nun Rettungswesten von Migranten den Strand füllen. In Istanbul angekommen trifft Djam auf die viel zu naive Avril (Maryne Cayon), die in der Flüchtlingshilfe arbeiten wollte aber jetzt selbst mittellos auf der Straße sitzt. Gemeinsam machen die beiden Frauen sich auf den Weg von der Türkei zurück nach Griechenland. Eine Route, die gezeichnet ist von Flüchtlings- und Finanzkrise. Doch der Weg der Frauen ist nicht nur von Trauer geprägt. Der Rembetiko, „die Musik der Ungeliebten, der Menschen, die darauf stolz sind, wer sie sind“, wie Regisseur Tony Gatlif sie beschreibt, begleitet sie überall.
Gatlifs Werk widmet sich seit jeher Menschen am Rande der Gesellschaft und ihren musikalischen Ausdrucksformen. Und auch Djam lässt zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten ihrer Liebe zur Musik, ihrer Lebenslust und ihrem temperamentvollen Wesen freien Lauf. Die Hauptdarstellerin Daphné Patakia, eine Belgierin mit griechischen Wurzeln, geht dabei vollkommen in ihrer ersten Hauptrolle auf. Sie singt, musiziert und tanzt mit absoluter Hingabe, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, und verleiht ihrer Figur gleichzeitig eine facettenreiche Tiefe. Schade, dass ihr die Szenen nicht erspart geblieben sind, in denen sich der sonst sehenswerte Film immer mal wieder in Altherrenfantasien verliert - etwa wenn Djam und Avril, vom Plot nur dünn motiviert, nackt durch Wäscheleinen tollen.

Katharina Franck

Details

Frankreich/Türkei/Griechenland 2017, 97 min
Genre: Drama
Regie: Tony Gatlif
Drehbuch: Tony Gatlif
Kamera: Patrick Ghiringhelli
Schnitt: Monique Dartonne
Verleih: MFA+ Filmdistribution
Darsteller: Maryne Cayon, Daphne Patakia, Simon Abkarian
FSK: 6
Kinostart: 26.04.2018

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Djam

Frankreich/Türkei/Griechenland 2017 | Drama | R: Array | FSK: 6

Die junge Griechin Djam, eine Rembetiko-Musikerin, lernt in der Türkei die gestrandete Französin Avril kennen. Der gemeinsame Weg zurück führt über eine Route, die gezeichnet ist von Flüchtlings- und Finanzkrise.

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