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Die untergegangene Familie

Behutsam durch die Trauerwelt

Ihre Schwester Rina ist tot und Marcella bleibt zurück, bleibt Ehefrau, Mutter und am Leben. Regisseurin Maria Alché begleitet sie auf erstaunlich leichten Füßen durch ihre Trauerwelt, die gelegentlich surreale Züge annimmt.

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So ist das mit dem Tod. Plötzlich ist eine Wohnung leer und die andere voll – mit den Pflanzen der Verstorbenen, die gegossen werden müssen; mit Erinnerungen und vor allem mit Trauer. Ihre Schwester Rina ist tot und Marcella (Mercédes Moran) bleibt zurück, bleibt Ehefrau, Mutter und am Leben. Ihr Blick fällt auf eine vertraute Welt, die nicht mehr dieselbe ist. Aber das Leben geht weiter, eingehüllt in stumpfe, alltägliche Trauer. Die Mutter muss wegstecken und ertragen: Es ist viel los, sie hat drei Kinder, für die die Befindlichkeiten des Alltags weiterhin Bedeutung haben, und die nicht wissen, wie sie ihre Mutter trösten sollen, weil sie eben untröstlich ist. Sie ist mittendrin in der Trauer, alle anderen drumherum. Also sucht sie selbst Trost und einen Ort für sich.
Von der künstlerischen Leitung bis zum Schnitt liegen die wichtigsten kreativen Positionen bei DIE UNTERGEGANGENE FAMILIE in weiblicher Hand. Frauen stehen auch im Zentrum der Erzählung – als Schwestern, als Mütter, als Töchter. Regisseurin Maria Alché hat sich tief in ihre Hautfigur eingefühlt und begleitet sie auf erstaunlich leichten Füßen durch ihre Trauerwelt, die gelegentlich surreale Züge annimmt. Der Film verortet sich mit seinen Ausflügen in die Welt der Fantasie deutlich in der Tradition des lateinamerikanischen Magischen Realismus. Kamerafrau Hélène Hovard untersucht in spannungsgeladenen Einstellungen die Räume und ihre Bewohner, spielt mit Stoffen und mit Licht, mit Körpern und Händen. Rührend sind die Szenen, in denen Marcella sich ihren Kindern öffnet oder sie im Spiel Nähe finden. Es wird geredet, gestritten, umarmt und getanzt, wie es sich für eine argentinische Familie gehört. Schwermütig tanzen die Figuren durch diesen behutsamen Film, der in einem intensiven Finale mündet.

Eva Szulkowski

Details

Originaltitel: Familia sumergida
Argentinien 2018, 91 min
Genre: Drama
Regie: María Alche
Drehbuch: María Alche
Kamera: Hélène Louvart
Verleih: Cine Global
Darsteller: Mercedes Morán, Esteban Bigliardi, Marcelo Subiotto Ia Arteta, Laila Maltz
Kinostart: 12.09.2019

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Die untergegangene Familie

(Familia sumergida) | Argentinien 2018 | Drama | R: María Alche | NEUSTART

Ihre Schwester Rina ist tot und Marcella bleibt zurück, bleibt Ehefrau, Mutter und am Leben. Regisseurin Maria Alché begleitet sie auf erstaunlich leichten Füßen durch ihre Trauerwelt, die gelegentlich surreale Züge annimmt.

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