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Die Rüden

Futuristische Versuchsanordnung

Vier echte, ehemalige Straftäter treffen in Connie Walthers filmischer Versuchsanordnung, einem sechs Tage und sechs Nächte währenden Experiment, auf drei tatsächlich bissige Straßenhunde. Der Film dokumentiert, extrem stilisiert, den Prozess der Annäherung.

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Giftgrüne Männerkörper. Blutrote Federn. Seifenfußball in einer übervollen Gefängnisdusche. Bellende Hunde in Käfigen, denen in Slow Motion Maulkörbe übergezogen werden. Ein, wie ein extraterrestrisches Etwas gen Boden sinkender Sandsack. Dräuende Sounds in einer unterirdischen, teils futuristisch, teils altertümlich anmutenden Arena: Die den Film einleitenden Momente sind so faszinierend wie unbehaglich. Das Unwohlsein, die Faszination: Sie lassen einen über 107 Minuten nicht mehr los.
Vier echte ehemalige Straftäter treffen in Connie Walthers filmischer Versuchsanordnung, einem sechs Tage und sechs Nächte währenden Experiment - die Regisseurin selbst spricht von einer „ergebnisoffenen Prozessarbeit“ - auf drei tatsächlich bissige Straßenhunde. Ein Antiaggressionstraining der besonderen Art, durchgeführt von Nadin Matthews, Hauptdarstellerin des Films und auch im wirklichen Leben Hundetrainerin. Diego ist zwei, „seine Einschläferung steht fest“. Georgie ist acht, ein „unvermittelbarer“ schwarzer Schäferhund. Face ist nicht minder gefährlich. Die Männer sind alle Mitte zwanzig, alle innerlich brodelnd. Lukas heißt der eine, „Körperverletzung mit Todesfolge“, Adam ein anderer, „Verstoß gegen Waffengesetze“.
Es ist fesselnd, wie sich Hund und Mann hier sehr, sehr langsam näherkommen, wie aus Aggression Neugierde, aus Frustration Empathie wird. Virtuos balanciert dieser ohne Drehbuch entstandene Film auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und hoch stilisiertem Kunstwerk. Das Zusammenspiel aus futuristischem Setting, enigmatischer Musik (Hans-Joachim Roedelius von der Krautrock-Legende Cluster) und an MAD MAX oder STAR TREK erinnernden Kostümen lässt einen immer wieder vergessen, dass es sich bei den agierenden Figuren um keine (gelernten) Schauspieler, bei den Tieren um keine trainierten Filmhunde handelt. DIE RÜDEN: ein unbedingt sehenswertes Zwitterwesen von einem Film.

Matthias von Viereck

Details

Deutschland 2020, 104 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Connie Walter
Drehbuch: Nadin Matthews, Connie Walter
Kamera: Birgit Gudjonsdottir
Schnitt: Raúl Zropf
Verleih: Real Fiction
Darsteller: Mathis Landwehr, Sabine Winterfeldt, Nadin Matthews, Christopher Köberlein
FSK: 12
Kinostart: 20.08.2020

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Die Rüden

Deutschland 2020 | Drama | R: Connie Walter | FSK: 12

Vier echte, ehemalige Straftäter treffen in Connie Walthers filmischer Versuchsanordnung, einem sechs Tage und sechs Nächte währenden Experiment, auf drei tatsächlich bissige Straßenhunde. Der Film dokumentiert, extrem stilisiert, den Prozess der Annäherung.

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