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Die Poetin

Queere Liebe und zu Dritt

Biographisches Drama über die lesbische Beziehung zwischen der brasilianischen Architektin Lota de Macedo Soares und der amerikanischen Dichterin Elisabeth Bishop.

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Elizabeth Bishop war eine sehr private Dichterin. Sie schrieb nur 101 perfekt konstruierte Gedichte, und las ihre Werke 26 Jahre lang nicht öffentlich. Sie lebte offen lesbisch, verstand sich zwar als Feministin, wollte aber weder mit der Frauenbewegung irgendetwas zu tun haben, noch sah sie sich als „weibliche Dichterin“. Lota de Macedo Soares war eine sehr öffentliche Künstlerin. Die brasilianische Architektin ist vor allem für ihr größtes stadtentwicklerisches Projekt bekannt, den Flamengo Park in Rio de Janeiro. Der brasilianische Film DIE POETIN interessiert sich weniger für Lyrik und Architektur, als für das queere Beziehungsdreieck, zum dem außer Bishop und Lota auch noch deren erste Frau, die Amerikanerin Mary gehört. Bishop reist 1951 für eine Stippvisite bei ihrer College-Freundin Mary nach Brasilien, wo diese mit Lota zusammenlebt. Zunächst abgestoßen von Lotas aggressiver Sinnlichkeit, entwickelt sich schnell eine leidenschaftliche Liebe zwischen den Künstlerinnen. Die flamboyante, dominante Lota präsentiert ihre architektonischen Errungenschaften wie Eroberungen und lässt schnell mal einen Berg sprengen, um Platz für ihre neue Geliebte zu schaffen. Mary wird zum Trost ein Kind gekauft. Lota erbaut die Beziehung wie einen Landschaftspark: Ihr supermodernes Haus in der Mitte, links auf dem Berg die introvertierte und häufig betrunkene Dichterin, rechts im Tal die Familienfrau Mary. Lota verhilft Elizabeth zu stärkerem künstlerischem Selbstbewusstsein, die Bedeutung von Elizabeth für Lota wird erst klar, als die Beziehung in die Krise gerät, unter anderem wegen Lotas Beziehungen zu treibenden Kräften des Militärputsches in Brasilien 1964. Was DIE POETIN über Literatur erzählt ist nicht der Rede wert, als Darstellung einer kreativen Beziehung zwischen Künstlerinnen ist der Film ziemlich einzigartig.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Flores Rares
Brasilien 2013, 118 min
Genre: Drama
Regie: Bruno Barreto
Drehbuch: Julie Sayres, Matthew Chapman nach dem Roman von Carmen L. Oliveira
Kamera: Mauro Pinheiro Jr.
Schnitt: Leticia Giffoni
Musik: Marcelo Zarvos
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Glória Pires, Miranda Otto, Tracy Middendorf, Marcello Airoldi
FSK: 6
Kinostart: 10.04.2014

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