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Die Kommune

Idee von Freiheit

Dänemark in den 70ern. Anna und Erik erben ein großes Haus und beschließen eine Kommune zu gründen. Zuerst läuft alles ganz gut, aber dann verliebt sich Erik, der als Dozent an der Uni arbeitet, in eine Studentin und Anna, die von einem freieren Leben geträumt hat, beginnt an der Situation zu zerbrechen.

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Der Titel von Thomas Vinterbergs Film DIE KOMMUNE ist etwas irreführend. Um die Kommune, die im Film gegründet wird, geht es gar nicht so sehr, im Zentrum der Erzählung steht vielmehr die Mitte 40-jährige Anna, gespielt von Trine Dyrholm, die für ihre darstellerische Leistung auf der Berlinale den silbernen Bären bekam. Anna und Erik (Ulrich Thomsen) sind ein bürgerliches Paar mit einer 13-jährigen Tochter. Sie ist eine resolute Frau und eine bekannte Nachrichtensprecherin, er ist ein Cord-Sakkos tragender, menschenscheuer Architekt und unterrichtet an der Uni. Zu Beginn von DIE KOMMUNE erbt Erik von seinem Vater ein geräumiges Haus, das viel zu groß für die drei ist. Erik möchte verkaufen, aber Anna entdeckt in den weiten Räumen die Sehnsucht nach einem anderen Leben, nach anderen Menschen und schlägt vor, eine Kommune zu gründen. Regisseur Thomas Vinterberg, der selbst in einer Kommune groß geworden ist und sagt, er habe keine schlechten Erinnerungen an die Zeit, schildert Annas Sehnsucht, aber er teilt sie nicht. Wie schon in DAS FEST und DIE JAGD ist er auch hier ein kritischer Beobachter sozialer Gefüge und menschlicher Wünsche. Von Anfang an knirscht es gewaltig in Annas Traum. Zum ersten Mal vielleicht, als sie Erik mehr oder weniger sagt, dass sie mit anderen Menschen zusammen ziehen möchte, weil die Gespräche mit ihm sie inzwischen langweilen. Oder als Erik und Anna Leute einladen, die sie gar nicht so sehr mögen, die aber zur Finanzierung des Hauses beitragen könnten. Die große Katastrophe beginnt, als Erik sich in eine Studentin verliebt und Anna sogar vorschlägt, Emma (Helene Reingaard Neumann) könnte doch bei ihnen einziehen. Was recht heiter als Porträt eines Experiments anfängt wird zum bitteren Drama einer Frau, die an ihrer Idee von Freiheit innerlich zerbricht, während der Chor der grob skizzierten Kommunarden hilf- und tatenlos zusieht.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Kollektivet
Dänemark/Niederlande/Schweden 2015, 111 min
Sprache: Dänisch
Genre: Drama
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: Thomas Vinterberg, Tobias Lindholm
Kamera: Jesper Tøffner
Schnitt: Janus Billeskov Jansen, Anne Østerud
Musik: Fons Merkies
Verleih: Prokino Filmverleih
Darsteller: Ulrich Thomsen, Trine Dyrholm, Helene Reingaard Neumann
FSK: 12
Kinostart: 21.04.2016

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