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Die Geschichte vom Astronauten

Mediterrane Warteschleife

Auf der Suche nach Inspiration mietet die Schriftstellerin Charlotte sich in einem unberührten Teil Mallorcas ein. Doch so richtig kommt das Schreiben nicht in Schwung. Stattdessen flaniert Charlotte in ihrem roten Kleid durch die mediterrane Landschaft und redet viel mit Renate, deren Ehemann im Meer ertrunken ist.

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Ein Astronaut fliegt für eine Mission in den Weltraum, während seine Geliebte auf der Erde wartet. Als der Sternenfahrer nach einigen Jahren zurückkehrt, ist er im Gegensatz zur Frau fast gar nicht gealtert. Aus dieser phantastischen Prämisse will die Schriftstellerin Charlotte (Stephanie Petrowitz) einen Liebesroman „der etwas anderen Art“ stricken. Auf der Suche nach Inspiration mietet sie sich in der Villa von Renate (Ruth Diehl) in einem unberührten Teil Mallorcas ein. Doch so richtig kommt das Schreiben nicht in Schwung. Stattdessen flaniert Charlotte in ihrem roten Kleid durch die mediterrane Landschaft und redet viel mit Renate, deren Ehemann im Meer ertrunken ist. Auch sie ist eine Wartende, und damit ein ideales Studienobjekt für Charlotte.
Dann ist da noch das Mädchen Lena, das Charlotte am Strand trifft und das einmal zu ihr sagt: „So eine Geschichte kenne ich schon“.
Die lange Eröffnungseinstellung gibt den Rhythmus des Films vor. Langsam schreitet Charlotte vom Strand aus auf die Kamera zu, ohne dass dabei etwas passiert. Wenn Charlotte von strengen Kamerafahrten begleitet durch die Natur spaziert, „verschwindet“ sie immer wieder aus dem Bild, indem sich etwa ein Baum, eine Mauer oder die Dunkelheit zwischen die Autorin und den Betrachter schiebt. Durch dieses visuelle Leitmotiv lenkt Godehard Giese, der bisher als Schauspieler (STROMBERG – DER FILM, IM SOMMER WOHNT ER UNTEN) gearbeitet hat, den Blick auf das filmische Erzählen an sich, und schafft bewusst Leerstellen. Auch die Grenze zwischen Realität und Traum ist fließend in dieser gedehnten Geschichte über das Warten und die Abwesenheit. Ob der Mann, der in einer Szene nackt dem Meer entsteigt und fortan schweigsam durch den Film geistert, nun real oder eingebildet ist, bleibt nebulös.

Christian Horn

Details

Deutschland 2014, 77 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Godehard Giese
Drehbuch: Godehard Giese
Kamera: Eric Ferranti
Schnitt: Trang Nguyen, Jules Herrmann
Musik: Arnaud Le Lamer
Verleih: Godehard Giese
Darsteller: Godehard Giese, Stephanie Petrowitz, Ruth Diehl, Hubertus Hiess, Ursula Renneke, Svana Burger
FSK: oA
Kinostart: 03.12.2015

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