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Deutschstunde (2019)

Schwochow verfilmt Lenz

Christian Schwochow hat Siegfried Lenz‘ Roman DEUTSCHSTUNDE über den jungen Siggi, der in einem Deutschaufsatz sein Verhältnis zum übertrieben pflichtbewussten Vater und dem als „entartet“ verfemten Maler Nansen reflektiert, verfilmt.

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Generationen von Deutsch-Leistungskurslern haben Siegfried Lenz‘ Roman „Deutschstunde“ gelesen und an ihm deutsche Geschichte, Mitläufertum, Widerstand und die Abgründe der bloßen Pflichterfüllung studiert. Christian Schwochow hat den Roman nun ganz werkgetreu verfilmt, in einer naturalistischen, oft auch manierierten filmischen Sprache, die den Film DEUTSCHSTUNDE kaum zum geeigneten Lehrstück an Filmakademien macht, aber von Deutschlehrer*innen sicher gern als Abwechslung auf den Stundenplan gesetzt werden wird.
Erzählt wird aus der Perspektive des jungen Siggi, der in der Rahmenhandlung im Erziehungsheim sitzt und sich anhand eines Deutschaufsatzes mit dem während des Zweiten Weltkriegs Erlebten auseinandersetzt. Dort lebte Siggi (Levi Eisenblätter) mit seinem weniger nationalsozialistischen, als übertrieben pflichtbewussten Vater Jens (Ulrich Noethen), der Mutter und der Schwester an der norddeutschen Küste, unweit des Malers Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti). Der wird wegen seiner expressionistischen Gemälde bald als entarteter Künstler verfemt und mit Malverbot belegt. Zwischen diesen Polen bewegt sich Siggi, zerrissen vom Wunsch, dem Vater zu gefallen und doch spürend, dass Unrecht geschieht.
Schwochow inszeniert diese exemplarische Geschichte gediegen, voller Pathos und großer Gesten, in einer klassischen filmischen Form, die den berühmten Stoff ungebrochen und auch ein wenig unreflektiert auf die Leinwand bringt. Von der Debatte um den Maler Emil Nolde, der Lenz als Vorbild für die Figur Nansens diente und auch durch den Erfolg des Romans den Mantel des Nazi-Gegners noch ein wenig länger tragen konnte, ist nichts zu spüren. Schwochows DEUTSCHSTUNDE ist eine an sich in jeder Hinsicht solide Adaption, die jedoch daran zu glauben scheint, dass Lenz‘ „Deutschstunde“ in einer Zeitkapsel existiert, an der man nicht rütteln darf.

Michael Meyns

Details

Originaltitel: Deutschstunde
Deutschland 2018, 125 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama, Literaturverfilmung
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Heide Schwochow, Siegfried Lenz
Kamera: Frank Lamm
Schnitt: Jens Klüber
Verleih: Wild Bunch
Darsteller: Levi Eisenblätter, Ulrich Noethen, Tobias Moretti, Johanna Wokalek, Sonja Richter, Maria Dragus, Louis Hofmann, Tom Gronau
FSK: 12
Kinostart: 03.10.2019

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Deutschstunde (2019)

(Deutschstunde) | Deutschland 2018 | Drama, Literaturverfilmung | R: Christian Schwochow | FSK: 12

Christian Schwochow hat Siegfried Lenz‘ Roman DEUTSCHSTUNDE über den jungen Siggi, der in einem Deutschaufsatz sein Verhältnis zum übertrieben pflichtbewussten Vater und dem als „entartet“ verfemten Maler Nansen reflektiert, verfilmt.

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