Entfernung über GPS
ab PLZ

Der wilde Wald – Natur Natur sein lassen

Nationalpark ohne menschlichen Einfluss

In den siebziger Jahren wurde die Entscheidung getroffen, in das Ökosystem des Nationalparks Bayrischer Wald nicht mehr regulierend eingreifen. Nach Orkanen und Borkenkäferbefall sah das Ergebnis nicht immer schön aus, es war die Rede vom „zerstörerischen Umweltschutz“.

Mehr

Noch knapp 1% der Fläche Europas ist frei von menschlichem Einfluss. So steht es im Dokumentarfilm DER WILDE WALD, in sachlichen Buchstaben über das Bild einer vielbefahrenen Brücke gelegt. Der Nationalpark Bayerischer Wald, der sich über 900 Quadratkilometer bis nach Tschechien erstreckt, ist Teil dieses Prozents. Einer Revolution gleich sei die Idee in den 1970ern gewesen, den Park ohne Eingriff durch den Menschen sein Ding machen zu lassen, und es war auch nicht immer schön anzusehen. Die Zerstörung durch den Orkan „Wiebke“ 1990 und den darauf folgenden Borkenkäferfraß musste nicht nur der Wald, sondern auch der Mensch aushalten. Den Bayern fiel es schwer, der „zerstörerische Umweltschutz“ wurde zum Politikum, aber die Leitung des Naturparks blieb standhaft, und der Wald rettete sich selbst. Denn was dem gewöhnlichen Waldnutzenden als Katastrophe erscheint, nennen Naturpark-Profis Dynamik. Lisa Eder bietet fantastische Naturaufnahmen und lässt Wald-Forschende und -Liebende zu Wort kommen. Eine Öko-Philosophin, die bayerische und tschechische Parkleitung, eine Borkenkäferforscherin, einen nachhaltigen Forstwirt, einen wandernden Fotografen. Sie alle sind sich einig: Der Wald kommt ohne uns gut aus, aber wir nicht ohne ihn. Das gespaltene Verhältnis zeigt auch ein Blick ins angrenzende Dorf Bodenmais. Hier ziehen die Bewohner – das Maskulinum ist bewusst gewählt - seit 300 Jahren lärmend durch die nächtlichen Straßen um die Wolfsaustreibung zu zelebrieren. Der Wolf kam trotzdem zurück und mit ihm der Luchs. Im Dorf sieht man das skeptisch. Im Kontrast dazu: Bilder von Sonntagsausflüglern im Nationalpark.

2018-2020 verendeten 18 Millionen Bäume in Deutschland aufgrund von Hitze, Brand, Sturm und Borkenkäfern. Auch den Bayerischen Wald hat es getroffen. Klimaveränderungen machen sich eben nichts aus Nationalparkgrenzen.

Clarissa Lempp

Details

Originaltitel: Der wilde Wald
Deutschland 2021, 89 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Lisa Eder
Kamera: Tobi Corts, Heiko Knauer, Dietmar Nill, Robin Jähne
Schnitt: Georg Michael Fischer
Musik: Sebastian Fillenberg
Verleih: mindjazz Pictures
FSK: oA
Kinostart: 07.10.2021

Website
IMDB

Vorführungen

Vorführungen

Filter
Multiplexe anzeigen

Der wilde Wald - Natur Natur sein lassen

(Der wilde Wald) | Deutschland 2021 | Dokumentarfilm | R: Lisa Eder | FSK: oA

In den siebziger Jahren wurde die Entscheidung getroffen, in das Ökosystem des Nationalparks Bayrischer Wald nicht mehr regulierend eingreifen. Nach Orkanen und Borkenkäferbefall sah das Ergebnis nicht immer schön aus, es war die Rede vom „zerstörerischen Umweltschutz“.

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.