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Der Passfälscher

Porträt eines Überlebenskünstlers

Berlin zu Beginn der 1940er Jahre: Der Grafiker Cioma Schönhaus „darf“ als Jude noch in Berlin bleiben, da er zur Arbeit für die Rüstungsindustrie verpflichtet ist. Im Geheimen arbeitet er als Passfälscher, und als Hochstapler wagt er sich mitten in die nationalsozialistische Öffentlichkeit.

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Berlin zu Beginn der 1940er Jahre: die Massendeportation deutscher Juden ist in vollem Gange, die Stadt wird bombardiert, Lebensmittel sind rationiert. Die Eltern von Cioma Schönhaus (Louis Hofmann) sind schon ostwärts verschleppt, er selbst, Grafiker in Ausbildung, „darf“ als Jude noch in Berlin bleiben, da er zur Arbeit für die Rüstungsindustrie verpflichtet ist. Sein Freund Det ist schon illegalisiert und schlägt sich durch, indem er für Marktfrauen Kleider umnäht und sich bei ihnen prostituiert. Während die Beiden auf dem schmalen Grat des prekären Lebens im falschen wandern, kann Cioma andere Verfolgte durch das Fälschen von Ausweisdokumenten unterstützen. Er hält Mimikry generell für eine gute Überlebensstrategie und wagt sich als freundlicher Hochstapler mitten in die nationalsozialistische Öffentlichkeit, will sich das gesellschaftliche Leben nicht verwehren lassen. Dabei muss der Lebenskünstler, zusätzlich diszipliniert durch die Sorge vor Entdeckung, in absurder und erniedrigender Weise mithelfen bei der Siegelanbringung am Zimmer seiner Eltern, als die Kripo ihr Eigentum beschlagnahmt. Kurz flammt der Schmerz auf. Die menschenfeindliche Grausamkeit des Systems wird deutlich, doch nie lässt der Film das Böse über den Geist von Cioma gewinnen. Cioma bewahrt sich nicht nur seine Leichtfüßigkeit, sondern auch einen zwischenmenschlichen Großmut, der seinesgleichen sucht. Bei allem Realismus der Darstellung und einem sorgfältigen Szenenbild verharrt der Film fast kammerspielartig bei seinen Menschen. Es ist Regisseurin Maggie Peren wichtiger, ein Gesicht nahe zu betrachten als eine Bombennacht als Spektakel zu zelebrieren. So gelingt ein emotionales Porträt zwischen Anspannung und Lebensfreude, beruhend auf einer wahren Geschichte.

Anna Stemmler

Details

Deutschland 2022, 117 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Maggie Peren
Drehbuch: Maggie Peren
Kamera: Christian Stangassinger
Schnitt: Robert Sterna
Musik: Mario Grigorov
Verleih: X Verleih
Darsteller: Louis Hofmann, Jonathan Berlin, Luna Wedler, Nina Gummich, Marc Limpach
FSK: 6
Kinostart: 13.10.2022

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Der Passfälscher

Deutschland 2022 | Drama | R: Maggie Peren | FSK: 6

Berlin zu Beginn der 1940er Jahre: Der Grafiker Cioma Schönhaus „darf“ als Jude noch in Berlin bleiben, da er zur Arbeit für die Rüstungsindustrie verpflichtet ist. Im Geheimen arbeitet er als Passfälscher, und als Hochstapler wagt er sich mitten in die nationalsozialistische Öffentlichkeit.

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