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Der Hund begraben

Spielball der Götter

DER HUND BEGRABEN ist irgendwo zwischen PAPPA ANTE PORTAS und A SERIOUS MAN angesiedelt. Hans Waldmann ist ein Mensch, so leer und langweilig wie das Papier, das seine Firma herstellt. Seine Familie weiß das schon lange, er selbst merkt es erst, als er seinen Job verliert.

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Hans Waldmann (Justus von Dohnányi) ist ein Mensch, so leer und langweilig wie das Papier, das seine Firma herstellt. Er geht seinem Beruf ohne Ambition nach, hat keine Hobbies, ist bei bester Gesundheit und hat doch das Gefühl, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmt. Als ihm überraschend gekündigt wird, weiß er nichts mit sich anzufangen, zieht wie immer seinen Anzug an und tut so, als ginge er zur Arbeit. Seiner Familie kann er sich nicht mitteilen, aber die interessiert sich ohnehin nicht für ihn: Ein süßer Streuner, der unvermittelt auftaucht, bekommt sofort mehr Aufmerksamkeit, als Hans es jemals erhoffen könnte. Was macht der farblose Vernunftmensch in so einer Situation? Er lässt sich von einer jungen Verkäuferin bezirzen und kauft sich ein Cabriolet, unter dessen Räder der pelzige Thronräuber gerät. Der Hund ist schnell im Wald verscharrt, und der esoterische Österreicher Mike (Georg Friedrich) ist für eine kleine Summe bereit, die Schuld auf sich zu nehmen. Doch Mike erweist sich als feiger als erwartet und hat noch dazu seine eigenen Wünsche ans Universum.
DER HUND BEGRABEN ist irgendwo zwischen PAPPA ANTE PORTAS und A SERIOUS MAN angesiedelt. Die Geschichte eines Mannes, der ohne seinen Beruf undefiniert und für seine Familie eigentlich überflüssig ist, ist nicht neu. Ungewohnt ist, dass Hans zwar immer tiefer ins Lügengeflecht gerät, dies aber mit einer stoischen Ruhe zur Kenntnis nimmt. Der Witz und die Tragödie des Filmes entstehen nicht wie bei den Coens aus wachsender Abstrusität, sondern daraus, wie dieser Hans im Unglück sich konstant weigert, Verantwortung zu übernehmen und ein aktiver Teil seiner eigenen Geschichte zu werden. Er ist wie eine Figur aus dem klassischen Theater, ein Spielball der Götter und für seine Mitmenschen fast unsichtbar, bis er sich zu einem wirklich extremen Akt hinreißen lässt.

Christian Klose

Details

Deutschland 2016, 86 min
Genre: Schwarze Komödie
Regie: Sebastian Stern
Drehbuch: Sebastian Stern
Kamera: Peter von Haller
Musik: Markus Lehmann-Horn
Verleih: Movienet Filmverleih
Darsteller: Juliane Köhler, Georg Friedrich, Justus von Dohnanyi, Walter Hess, Ricarda Zimmerer
Kinostart: 23.03.2017

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