
Neue Notiz
Das Ungesagte
Deutschland „normal“
Der Film zeigt Interviews von Zeitzeugen, die in den 20er und 30er Jahren mit der Ideologie des Nationalsozialismus aufwuchsen und zu Tätern wurden – und stellt deren Aussagen Interviews mit jüdischen Überlebenden gegenüber.
DAS UNGESAGTE zeigt Interviews von Zeitzeugen, die in den 20er und 30er Jahren geboren wurden, mit der Ideologie des Nationalsozialismus aufwuchsen und zum Teil zu Tätern wurden, und stellt deren Aussagen Interviews mit jüdischen Überlebenden gegenüber. Sie kommen aus Altenkirchen, Mayen, Kleinmachnow oder Hamm, lebten dort ihre durchschnittsdeutschen Leben, zu denen eben auch die quasi-religiöse Hitler-Verehrung und die Abwertung von Slawen als „Untermenschen“ und Juden als „Hauptfeind“ gehörten. Es entstehen Porträts klassischer Mitläuferfamilien, eigentlich eher unpolitisch, aber für eine Nazi-Propaganda empfänglich, die ihnen als Teil der „Herrenrasse“ eine glorreiche Zukunft verhieß.
„Deutschland, aber normal“ lautete der Leitspruch der AfD-Kampagne zur Bundestagswahl 2021. Und „normal“ war das nationalsozialistische Denken für die damals jungen Menschen, die nicht hinterfragten, als die jüdischen Nachbar*innen aus den Ortschaften gejagt und verschleppt wurden. Normal auch, dass man sich Ausreden zurechtlegte, damit das sektenähnliche Weltbild nicht ins Wanken gerate; dass man im Nachhinein verharmlost und relativiert und vor allem: dass in den Täterfamilien über diese Zeit das „schwarze Tuch“ des Schweigens gelegt wurde.
Zum Teil sprechen die Interviewten zum ersten Mal und liefern wertvolle Zeugnisse. Gerade dann, wenn sie sich in Widersprüchen verwickeln oder Schuld von sich weisen, wird es aufschlussreich. Mit stiller Gravitas kontextualisiert DAS UNGESAGTE die Gespräche, zeigt dazu Bilder und Filmaufnahmen von damals wie von heute, aus eben jenen Orten, in denen Deutschland auch heute noch „normal“ ist. Das Ganze trocken, ohne Musik und mit wenigen visuellen Schnörkeln. Schwer auszuhalten ist das oft, diesen Menschen zuzuhören, aber unglaublich hilfreich, um zu verstehen, wie die „deutsche Normalität“ aussah.
Deutschland 2025, 143 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Patricia Hector, Lothar Herzog
Kamera: Lothar Herzog
Schnitt: Adrienne Hudson, Victor de Tejada Pequeño, Lothar Herzog
Verleih: imFilm Agentur + Verleih
FSK: 12
Kinostart: 06.11.2025
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Vorführungen

Das Ungesagte
Deutschland 2025 | Dokumentarfilm | R: Patricia Hector, Lothar Herzog | FSK: 12
Der Film zeigt Interviews von Zeitzeugen, die in den 20er und 30er Jahren mit der Ideologie des Nationalsozialismus aufwuchsen und zu Tätern wurden – und stellt deren Aussagen Interviews mit jüdischen Überlebenden gegenüber.
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