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Darlings (2023)

Männliche Machtstrukturen

Ein Großteil der Dialoge wurde während des Drehs entwickelt und die dörfliche Idylle in den naturalistischen, desaturierten und wackeligen Bildern einer Handkamera festgehalten.

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Menschenleere Waldwege, naturbelassene Seen und ein soziales Umfeld, in dem jedes Gesicht ein bekanntes ist. Kein Wunder, dass sich Ole (Paul Boche) nach der vertrauten Heimat sehnt, die er zugunsten eines hektischen Lebens in Berlin hinter sich gelassen hat. Um seinem Heimweh entgegenzuwirken, besucht er mit seiner Freundin Lena (Thea Rasche) und seinem jüngeren Bruder Lasse (Tom Böttcher) das alte, mittlerweile leerstehende Elternhaus, schwelgt mit ihnen in nostalgischer Erinnerung und trifft auf seine fast vergessenen Freunde aus der Jugend. Doch schon nach wenigen Nächten beginnen männlich dominierte Machtstrukturen, Traditionen der Vergangenheit und alkoholgesteuerter Kontrollverlust, ihre Beziehung, und schlussendlich sogar ihr Leben zu bedrohen.

Als erste gemeinsame Regiearbeit zwischen der Berliner Sozialwissenschaftlerin Lea de Boor und dem Dokumentarfilmemacher Steffen Maurer ist DARLINGS direkt ein doppeltes Spielfilmdebüt. Mit einem nur knapp 20-seitigen Drehbuch und kleinem Budget wird das vor allem im inszenatorischen Mumblecore-Ansatz spürbar: Ein Großteil der Dialoge wurde während des Drehs entwickelt und die dörfliche Idylle in den naturalistischen, desaturierten und wackeligen Bildern einer Handkamera festgehalten. Dass die Figuren trotzdem alles andere als natürlich wirken, ist dabei die größte Stärke, zugleich aber auch die größte Schwäche des Films. Denn während es den Protagonist*innen in der ersten Hälfte nur spärlich gelingt, eine authentische und liebevolle Beziehung darzustellen, profitiert die zweite Hälfte der Erzählung – in der Alkoholkonsum, toxische Maskulinität und körperliche wie psychische Eskalation überhand gewinnen – von eben dieser beklemmend wirkenden Unnatürlichkeit des Spiels. Schade, dass DARLINGS kein Kurzfilm geworden ist.

Lukas Hoffmann

Details

Originaltitel: Darlings
Deutschland 2023, 76 min
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller, Drama
Regie: Steffen Maurer, Lea De Boor
Drehbuch: Steffen Maurer, Lea De Boor
Kamera: Manuel Ruge
Schnitt: Jessica Rudolph
Musik: Robert Zimmermann
Verleih: UCM.One
Darsteller: Thea Asche, Paul Boche, Tom Böttcher, Ina-Lena Dinse, Felix Maria Zeppenfeld
Kinostart: 15.01.2026

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Darlings (2023)

(Darlings) | Deutschland 2023 | Thriller, Drama | R: Steffen Maurer, Lea De Boor

Ein Großteil der Dialoge wurde während des Drehs entwickelt und die dörfliche Idylle in den naturalistischen, desaturierten und wackeligen Bildern einer Handkamera festgehalten.

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