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Cora Piantoni: Filmessays über Arbeitsgemeinschaften

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1) Politik in der Höhe (2013 – 11 min)

Die Industriekletterfirma „Świetlik“ entwickelte sich aus der Solidarność-Streikbewegung 1980 in Danzig. „Świetlik“ war eine Gemeinschaft von Andersdenkenden, die unter teilweise gefährlichen Bedingungen in ganz Polen in den Fabriken arbeiteten und gleichzeitig die Opposition unterstützten, indem sie Flugblätter an die Fabrikarbeiter verteilten und Banner mit politischen Statements an Gebäude hängten. Der Film zeigt das Re-enactment einer typischen Arbeitssituation in einer industriellen Umgebung. In Interview-Ausschnitten, die den Audio-Part der Installation bilden, erzählen ehemalige „Świetlik“-Mitglieder über ihre Erfahrungen in der Firma, ihre Unterstützung der Opposition, die Vermischung von Privatleben und Beruf und wie die damaligen Erlebnisse die Grundlage bilden für ihr heutiges Engagement in der polnischen Gesellschaft und Politik.

2) Wir waren das Kino (2010-2016 – 21 min)

Der Film betrachtet die Zeit vor dem Mauerfall 1989 aus der Sicht derjenigen, die sie an ihrem Arbeitsplatz im Kino erlebt haben. Basierend auf Interviews mit ehemaligen Kinomitarbeitern entsteht ein aus verschiedenen Perspektiven zusammengesetztes Bild der Jahre vor der Wende. Der Fokus liegt auf der unterschiedlichen Wahrnehmung der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die sich im Zwischenraum zwischen der Fiktion auf der Leinwand und der Realität vor der Kinotür abspielten.

3) Radio GAP – Die Interferenzen (2016 – 16 min)

Die Gruppe „22 Ottobre“ oder „Terzo Radio GAP“ wurde im Oktober 1969 in Genua gegründet, der Hauptstadt des Widerstands der Partisanen gegen die deutsche Besatzung im II. Weltkrieg. „Terzo Radio GAP“ war die erste Gruppe, die am bewaffneten Kampf „Lotta Armata“ teilnahm. Der Name „Gruppi d’Azione Partigiana“ (GAP) bezieht sich auf die Geschichte der Partisanen und verwendet gleichzeitig ein modernes Kommunikationsmedium: das Fernsehen. Andere Gruppen wie die Brigate Rosse informierten über ihre Aktionen mit Flugblättern. Radio GAP brachten die Informationen direkt zu den Leuten, in ihre Wohnzimmer. Nach den Nachrichten, während der Werbung, störten sie den Ton des Programms mit ihren Statements. Die Propaganda-Strategie, die sie wählten, ähnelte einer künstlerischen Aktion, einer Kommunikationsguerilla, wie in der Situationistischen Bewegung, die zur gleichen Zeit in Paris agierte.

(Brotfabrik Kino)

Details

CH 2010-2016, 60 min
Genre: Essayistischer Film
Regie: Cora Piantoni

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