Entfernung über GPS
ab PLZ

Chevalier

Neues von der „Greek Weird Wave“

Fünf Herren spielen auf einer privaten Luxusyacht in der Ägäis ein seltsames Spiel: Wer in allem der Beste ist, erhält am Ende den CHEVALIER, einen Siegelring. Es wird gemessen, geschmeichelt, korrumpiert, unter den Tisch gekehrt, geprobt, trainiert und notiert, was das Zeug hält. Eine absurde Studie männlichen Irrsinns.

Mehr

Fünf Herren, der Doktor (ein Patriarch), sein aktueller Schwiegersohn (ein Versicherungsvertreter) und dessen Bruder (ein Muttersöhnchen), der ehemalige Schwiegersohn (ein nörgeliger Kollege des Vaters), sowie zwei ältere urbane Naturburschen mit Kreislauf- und Erektionsproblemen befinden sich auf einer Kreuzfahrt mit der privaten Luxusyacht des Doktors durch die Ägäis. Als es während eines Psycho-Partyspielchens zu einem Streit darüber kommt, ob einer der Naturburschen trotz seiner schlanken Figur wie ein Panda aussieht und ob der Stuart, wäre er Obst, wirklich einer Ananas gliche, schlägt der Ex-Schwiegersohn des Doktors vor, man solle doch ein anderes Spiel spielen, nämlich das folgende: Jeder denkt sich Aufgaben für die anderen aus, und wer diese am besten besteht, erhält am Ende den CHEVALIER, einen Siegelring. Einer der Naturburschen schlägt sofort vor, das Spiel auf alle Tätigkeiten auszuweiten, um am Ende festzustellen, wer nun tatsächlich in allem der Beste sei. Von nun an wird gemessen, geschmeichelt, korrumpiert, unter den Tisch gekehrt, geprobt, trainiert und notiert, was das Zeug hält. Athina Rachel Tsangari hatte sich bereits in ATTENBERG als Meisterin eines sehr seltsamen, extrem trockenen Humors gezeigt. CHEVALIER ist nun eine sehr komische Studie der Beknacktheit von mittelalten und älteren Herren, wobei die spröde, realistische Absurdität des Humors, hinter der sich eine existentielle Verzweiflung verbirgt, so aktuell nur in der neuen Welle des griechischen Kinos, die inzwischen auch als „Greek Weird Wave“ bezeichnet wird, möglich ist. CHEVALIER ist auch ein Film über das masochistische Ideal der Ritterlichkeit, seine absurde Fortsetzung in der Ideologie der Leistungsgesellschaft, und darüber, wem dieses Ideal nutzt: Die Herren geben sich am Ende die Hand, das Personal ahmt die Herren nach und bekommt dabei blutige Nasen.

Tom Dorow

Details

Griechenland 2015, 95 min
Genre: Drama, Komödie
Regie: Athina Rachel Tsangari
Drehbuch: Athina Rachel Tsangari, Efthymis Filippou
Kamera: Christos Karamanis
Schnitt: Yorgos Mavropsaridis, Matthew Johnson
Verleih: Rapid Eye Movies
Darsteller: Panos Koronis, Vangelis Mourikis, Makis Papadimitriou
FSK: 6
Kinostart: 21.04.2016

Website
IMDB

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.