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Big Time

Bjarke Ingels baut an seinem Vermächtnis

Dokumentarfilm über den dänischen Architekten Bjarke Ingels.

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Mit Anfang 40 ist Bjarke Ingels schon einer der erfolgreichsten Architekten unserer Zeit. Zu den Aufträgen seines Büros BIG (Bjarke Ingels Group) gehören das Google-Hauptquartier in Kalifornien, der zweite Turm des neuen World Trade Centers und eine Marsstation für die Vereinigten Arabischen Emirate. Ingels wird wegen seiner visionären und doch pragmatischen Architektur geschätzt, die Funktionalismus mit Verspieltheit und Innovation verbindet. So wurde in einem seiner ersten großen Prestigeprojekte, der Müllverbrennungsanalage “Copenhill” in Kopenhagen, das Dach als Skipiste nutzbar gemacht und der Schornstein der Verbrennungsanlage so modifiziert, dass er regelmäßig gigantische Rauchringe ausstößt.
BIG TIME zeichnet ein komplexes Porträt von Bjarke Ingels. Regisseur Kaspar Astrup Schröder folgt dem Architekten vom Zeichentisch zum Meeting, vom Elternhaus zur Baubegehung, von Kopenhagen nach New York. Ingels bleibt dabei eisern im Fokus des Films, Stimmen aus seinem Umfeld oder szenische Einschübe beschränken sich auf ein Minimum. Trotzdem handelt es sich bei BIG TIME um keine Werbeproduktion. Der Film zeigt den Architekten voller Tatendrang, doch von Ehrgeiz zerfressen und von lähmenden Kopfschmerzen geplagt. Immer wieder entstehen interessante Kontraste zwischen Ingels uriger Lebenskraft und seiner manischen Beschäftigung mit Vergänglichkeit und dem eigenen Vermächtnis. Gegen Ende des Films steht Bjarke Ingels auf der Baustelle von “Copenhill”. Nach einem Telefonat mit seiner Freundin, in dem er ihr von den letzten medizinischen Untersuchungen berichtet, lässt er es sich nicht nehmen, seine Handabdrücke im frischen Beton des Daches zu hinterlassen. Ingels baut für sich, daraus macht er keinen Hehl. Für ihn ist Architektur das Mittel, um der Welt seinen Stempel aufzudrücken. Seinen zukunftsweisenden Entwürfen merkt man diese Selbstbezogenheit jedoch nicht an.

Yorick Berta

Details

Dänemark 2017, 93 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Kaspar Astrup Schröder
Drehbuch: Kaspar Astrup Schröder
Kamera: Henrik Bohn Ipsen, René Johannesen, Boris B. Betram
Schnitt: Cathrine Ambus, Bobbie Esra G. Pertan, Kaspar Astrup Schröder
Musik: Ali Helmwein
Verleih: Edition Salzgeber
FSK: oA
Kinostart: 08.02.2018

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