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Axel der Held

Western-Märchen im Kaff

Axel glaubt an Liebe und Freiheit, aber in seinem wirklichen Leben hat er weder das eine, noch das andere – bis ihn sein stoischer Nachbar Heiner für den Showdown mit seiner Nemesis, dem Casinobesitzer Manne, rüstet.

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„Ich glaube nicht an Geld. Ich glaube an Liebe und Freiheit!“, ruft Axel (Johannes Kienast) entschieden. Allerdings nur in einem seiner zahlreichen Tagträume, die sich deutlich von seiner Realität unterscheiden. In der hat Axel weder Liebe noch Freiheit. Spielsüchtig und pleite lebt er in einem Kaff, in dem man nicht mal begraben sein möchte. Verliebt ist er zwar schon, aber ausgerechnet in Jenny (Emilia Schüle), die Freundin von Manne (Sascha Alexander Geršak), dem König des Ortes und Besitzer des Spielcasinos, für den er sich mit niederen Arbeiten verdingen muss. So weit so trist, aber AXEL DER HELD ist kein neorealistisches Drama sondern stattdessen ein farbintensives modernes Märchen – und ein Western noch dazu. Denn da ist ja auch noch der stoische Nachbar Heiner (Christian Grashof), ein zeitgenössischer Winnetou, der Axel zum Held für den Showdown rüstet.

Ganze 15 Jahre nach seinem Regiedebüt und letzten Film KAMMERFLIMMERN hat Regisseur Hendrik Hölzemann jetzt wieder ein eigenes Drehbuch verfilmt. Deutlich kommt dabei die Liebe für seine schrägen Figuren und ein großer Ideenreichtum zum Ausdruck. AXEL DER HELD sagt ab den ersten Minuten an, dass hier keine klassische Komödie nach einem standardisierten Muster geboten wird, sondern ein Potpourri an Genres und Einfällen. Schade ist, dass Emilia Schüles Jenny nicht viel mehr zu tun hat, als im Bikini rumzuliegen und bei Kartenspielen „gewonnen“ zu werden. An dieser Stelle hätte der Film ruhig noch mehr überholte Muster durchbrechen können. Dafür verleiht ausgerechnet Christian Grashof, der als David Carradine-Klon eigentlich die am schwersten zu vermittelnde Rolle hat, seiner Figur eine Präsenz und Tiefe, die den Film in seinem ganz eigenen kuriosen Kosmos erdet.

Katharina Franck

Details

Deutschland 2019, 90 min
Genre: Drama
Regie: Hendrik Hölzemann
Drehbuch: André Bergelt, Hendrik Hölzemann
Kamera: Lars Liebold
Schnitt: Florian Miosge
Verleih: W-Film
Darsteller: Emilia Schüle, Johannes Kienast, Sebastian Hölz, Katharina Wackernagel, Christian Grashof
FSK: 12
Kinostart: 15.08.2019

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