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INDIEKINO BERLIN: Filmkritik Arthur & Claire
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Arthur & Claire

Schicksalsgemeinschaft

In Amsterdam treffen Arthur, der sein Leben in einer Sterbeklinik beenden möchte, und die lebensmüde Claire aufeinander und bilden eine tragikomische Schicksalsgemeinschaft.

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Noch eine Nacht trennt den grantelnden Arthur (Josef Hader) von seinem Ende. Der Anfang 50-jährige Österreicher ist nach Amsterdam geflogen, um sein Leben in einer Sterbeklinik zu beenden. Alles ist pedantisch genau vorbereitet. Das Letzte, was er machen kann, will er schließlich gut machen, sagt Arthur. Interaktionen mit der Außenwelt sind dabei eigentlich nicht mehr vorgesehen, doch dann durchkreuzt die Hotelzimmernachbarin Claire (Hannah Hoekstra) seine Pläne: Arthur muss die 30-Jährige nämlich – Ironie des Schicksals - von einem Selbstmordversuch abhalten. Widerwillig wird das ungleiche Pärchen zur Schicksalsgemeinschaft und beschließt, Arthurs letzte Stunden gemeinsam in der niederländischen Metropole zu verbringen. Nun ist es an Claire, den lebensmüden Arthur davon zu überzeugen, seinen Todesplan aufzugeben.
Hauptdarsteller Josef Hader und Regisseur Miguel Alexander haben für das Drehbuch von ARTHUR & CLAIRE gemeinsam das gleichnamige Theaterstück des österreichischen Autors und Kabarettisten Stefan Vögel adaptiert. Dabei gelingt es ihnen wunderbar, auf der so fein verlaufenden Linie zwischen dem typisch schwarzhumorigen Hader-Humor und den anrührenden emotionalen Momenten der Geschichte zu balancieren und die Tragikomödie niemals zur Schnulze oder aber zynischen-kalten Satire werden zu lassen. Das ist auch den beiden fabelhaften Hauptdarstellern zu verdanken, die das schwierige Thema und die widersprüchlichen Gefühle der beiden Protagonisten zwischen Verzweiflung, Verletzlichkeit und Hoffnung mit der nötigen Mischung aus Lakonie, Coolness und Sensibilität vvermitteln und ARTHUR & CLAIRE damit in die direkte Tradition eigenwilliger Filmpärchen wie HAROLD UND MAUDE oder Scarlett Johansson und Bill Murray in LOST IN TRANSLATION stellen.

Jens Mayer

Details

Deutschland/Niederlande/Österreich 2017, 100 min
Genre: Tragikomödie
Regie: Miguel Alexandre
Drehbuch: Josef Hader, Miguel Alexandre, Stefan Vögel
Kamera: Katharina Dießner
Verleih: Universum
Darsteller: Josef Hader, Rainer Bock, Hannah Hoekstra, Florence Kasumba
FSK: 12
Kinostart: 08.03.2018

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