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Alipato – The very brief Life of an Ember

Philippinisches Exzesskino

In Mondomanila, einer Art überhöhter Version der philippinischen Hauptstadt, fristen die Ärmsten der Armen ein kurzes Dasein bei der extrem ungesunden Herstellung von Kohle. Das gleichermaßen exzessiver wie dokumentarische Szenario einer losen Gangstergeschichte, die Regisseur Khavn gemeinsam mit den Bewohnern des Slums entwickelt hat.

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Ein Trio philippinischer Regisseure sorgt in den letzten Jahren international für Furore: Während Lav Diaz und Brillante Mendoza längst zu Dauergästen der großen A-Festivals geworden sind, treibt sich der Dritte im Bunde, der sich nur Khavn nennt, im Untergrund herum. Dabei ist Exzess das Programm der Filme Khavns, die sich einer konventionellen (und meist auch einer nur im entferntesten nachvollziehbaren) Dramaturgie konsequent entziehen. Sein jüngstes Werk heißt in voller Länge ALIPATO - THE VERY BRIEF LIFE OF AN EMBER, auf dem Presseheft folgt der Hinweis: This is not a film by Khavn. Was einerseits natürlich nicht stimmt, andererseits dann doch wieder. Vermutlich ist es Khavn gewesen, der sich die lose Handlung um eine Gangsterbande ausgedacht hat, die in einem Slum in Manila ihrer Arbeit nachgehen. Genauer gesagt in Mondomanila, einer Art überhöhter, stilisierter, exzessiver Version der philippinischen Hauptstadt, die durch Khavns überbordende Bilder zu einer flirrenden, lauten, bunten, brutalen, sexualisierten Welt wird. Die Ärmsten der Armen fristen hier ein kurzes Dasein (durchschnittliche Lebenserwartung: 40 Jahre) bei der extrem ungesunden Herstellung von Kohle. Von Ruß bedeckt zu sein, ist hier Dauerzustand. Menschen, Baracken, die Luft: Jeder Aspekt des Lebens ist geprägt von Kohle und Staub. In diese Welt taucht Khavn mit Verve ein, mit einigen professionellen Schauspielern, vor allem aber mit den Bewohnern der Slums. Die sind jedoch nicht einfach bizarre Statisten, mit denen Authentizität behauptet werden soll, sondern der eigentliche Grund für die Existenz dieses Films. So wie einst Tod Browning keinen Film über FREAKS drehte, sondern mit und für sie, so ist ALIPATO kein Film über den Slum, sondern aus dem Slum heraus entstanden. In gewisser Weise also eine Dokumentation über das Leben im Slum, allerdings gefiltert durch den ganz speziellen Blick Khavns.

Michael Meyns

Details

Originaltitel: Alipato: The Very Brief Life of an Ember
Deutschland/Philippinen 2016, 87 min
Genre: Science-Fiction
Regie: Khavn
Drehbuch: Khavn
Kamera: Albert Banzon
Schnitt: Carlo Francisco Manatad
Musik: Khavn de la Cruz
Verleih: Rapid Eye Movies
Darsteller: Dido De La Paz, Marti San Juan, Rey Cardines, Robin Palmes, Wendell Mata, Joseph Pelaez
FSK: 16
Kinostart: 24.11.2016

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