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OPER. L'opéra de Paris

Kunst und Arbeit

Mit genauer Beobachtung und feiner Ironie porträtiert Jean-Stéphane Bron die Pariser Oper, die sich als Säule der Nation versteht und dabei doch oft übersieht, dass sie keineswegs so egalitär ist, wie sie glaubt.

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Jean-Stéphane Bron konnte anderthalb Jahre lang hinter die Kulissen der Pariser Oper blicken, anderthalb Jahre, in denen sich intern viel veränderte, aber auch außerhalb der ehrwürdigen Gemäuer, in Paris, in Frankreich einiges passierte. Die Oper bekam einen neuen Direktor, der gleich zu Beginn seiner Intendanz mit einem sehr französischen Problem konfrontiert wird: Streiks. Die Bühnenarbeiter, die zwar stets im Schatten der Sänger oder Musiker stehen, ohne die eine Opernaufführung aber nicht stattfinden kann, blockieren den Betrieb.
Die beiden Pole Kunst und Arbeit bestimmen den Dokumentarfilm: das was auf der Bühne geschieht, was so leicht und elegant wirken soll, und das, was hinter den Kulissen nötig ist, um diese Illusion zu erzeugen. Sänger und Tänzer bei den Proben sieht man da, aber auch die unterschiedlichen Werkstätten, in denen Kostüme und Kulissen gefertigt werden. Ein Aspekt, den Bron dabei immer wieder andeutet, ohne ihn überdeutlich zu betonen, sind die sozialen Strukturen der Pariser Oper, der französischen Gesellschaft. Auf der Bühne, aber auch im Zuschauerraum sind praktisch nur hellhäutige Gesichter zu sehen, die Vielfalt der Nation, die Einwanderer aus West- oder Nordafrika sind dagegen in anderen Rollen zu sehen: als Putzkräfte.
Mit genauer Beobachtung und feiner Ironie zeigt Bron die Arbeitsweise, das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Struktur der Oper, die wie selbstvergessen operiert, sich als Säule der Nation versteht und dabei doch oft übersieht, dass sie keineswegs so egalitär ist, wie sie glaubt. Insofern kann man gerade auch die Pariser Oper als Spiegelbild Frankreichs verstehen, eine Institution, in der zwar alle Teile der Bevölkerung zu finden sind, aber jeweils an einem ganz bestimmten Platz, in Rollen, an denen sich in der langen Tradition dieser Oper wenig geändert hat.

Michael Meyns

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Details

Originaltitel: L'opéra de Paris
Frankreich/Schweiz 2016, 110 min
Genre: Dokumentarfilm, Oper
Regie: Jean-Stéphane Bron
Kamera: Blaise Harrison
Schnitt: Julie Lena
Verleih: Kool / Filmagentinnen
FSK: oA
Kinostart: 28.12.2017

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OPER. L'opéra de Paris

(L'opéra de Paris) | Frankreich/Schweiz 2016 | Dokumentarfilm, Oper | R: Jean-Stéphane Bron | FSK: oA

Mit genauer Beobachtung und feiner Ironie porträtiert Jean-Stéphane Bron die Pariser Oper, die sich als Säule der Nation versteht und dabei doch oft übersieht, dass sie keineswegs so egalitär ist, wie sie glaubt.

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