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Mathilde

Historisches Märchen

Aus der angeblichen Affäre des letzten russischen Zaren mit der Primaballerina Mathilde Kshessinska macht Regisseur Alexei Utschitel eine üppige Szenerie- und Kostümorgie, die an einen Märchenfilm erinnert.

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Spoilerwarnung: Es wird alles nichts.
So schön es auch wäre, wenn MATHILDE davon handeln würde, dass sich der russische Thronfolger aus dem Zwängen des Hofprotokolls befreit und seine wahre Liebe, die Primaballerina Mathilde Kshessinska, heiratet, mit ihr aufs Land zieht und niemals ermordet wird, so hält sich der Film doch insgesamt an die historischen Fakten. ‚Nicki‘ heiratet Alix von Hessen und wird Nikolaus II, mit dem die Zarenära in Russland endet, während Mathilde seinen Cousin heiratet und nach einer relativ erfolgreichen Karriere 99 Jahre alt wird.
Aus der ihnen nachgesagten Affäre macht Regisseur Alexei Utschitel eine üppige Szenerie- und Kostümorgie, die auf mehr als einer Ebene an einen Märchenfilm erinnert. Lars Eidinger (einer von drei beteiligten Ensemblemitgliedern der Berliner Schaubühne) gibt den jungen Zaren als einen Mann, der weder den Anforderungen seines Amtes noch seinen Gefühlen gewachsen ist. Michalina Olszanska spielt die Titelrolle mit vollem Körpereinsatz, als ehrgeizige Tänzerin und bisweilen zickige Sirene, die selbst eine ungewollte Entblößung strategisch umsetzt. Beide scheinen im Korsett ihrer sozialen Rollen gefangen, was sie nur in den Momenten zusammen vergessen können. Die Geheimwaffe des Films ist allerdings Luise Wolfram („Tatort“) in der Rolle der designierten Zarin. Dazu gibt es Hofstaats- und Ballettintrigen, gewaltbereite kaiserliche Handlanger, aber auch einen Psychiater, der nebenbei als Medium praktiziert und Menschenversuche durchführt, als wollte er, a la FROM HELL, den Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert symbolisieren.
Wer in diesem Film das Andenken an die Kaiserfamilie beschmutzt sieht, hat ihn nicht gesehen. Eine ausführliche Analyse des letzten Kaisers kann und will der Film aber auch nicht bieten. Wer hingegen eine bunte Phantasmagorie mit historischen Hintergrund zu schätzen weiß, ist im Kino gut aufgehoben.

Christian Klose

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Details

Originaltitel: Matilda
Russland 2017, 130 min
Sprache: Russisch
Genre: Drama, Historienfilm, Liebesfilm
Regie: Aleksei Uchitel
Drehbuch: Aleksandr Terekhov
Kamera: Yuri Klimenko
Musik: Marco Beltrami
Verleih: Kinostar
Darsteller: Sergei Garmash, Lars Eidinger, Danila Kozlovskiy, Michalina Olzanska, Luise Wolfram
FSK: 12
Kinostart: 02.11.2017

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Mathilde

(Matilda) | Russland 2017 | Drama, Historienfilm, Liebesfilm | R: Aleksei Uchitel | FSK: 12

Aus der angeblichen Affäre des letzten russischen Zaren mit der Primaballerina Mathilde Kshessinska macht Regisseur Alexei Utschitel eine üppige Szenerie- und Kostümorgie, die an einen Märchenfilm erinnert.

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