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Get Out

Origineller Horrorfilm und giftige Satire

Der schwarze Fotograf Chris und seine weiße Freundin Rose sind seit einigen Monaten zusammen. Nun will Rose ihren Freund den reichen, liberalen Eltern vorstellen. Die Eltern sind zunächst sehr freundlich, wenn auch übermäßig bemüht, aber ihre Hausangestellte sind ein verdächtig zombiehaftes schwarzes Paar.

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Am letzten Sonnabend, dem 29.4., verließ der 15 Jahre alte Jordan Edwards eine Party in Balch Springs, einem Vorort von Dallas. Ein Nachbar hatte die Polizei alarmiert, weil die Party zu laut geworden war. Der Polizist Roy Oliver schoss auf das abfahrende Auto, in dem Jordan mit seinem Bruder und seinen Freunden saß. Der Schuss traf Jordan Edwards von hinten in den Kopf. Der Polizist Roy Oliver wurde entlassen, verhaftet wurde er bisher nicht. Schwarze Jugendliche dürfen von der Polizei in den USA erschossen werden. In Deutschland ist das nicht der Fall. Asylbewerber sterben lediglich unter „mysteriösen Umständen“ im Polizeigewahrsam, wie Oury Jalloh 2005 in Dessau.

Jordan Peeles Horrorfilm GET OUT verhandelt auch diesen Aspekt der Alltagserfahrung von Afroamerikanern. Der Film beginnt damit, dass ein junger schwarzer Mann eine Straße in einem reichen weißen Viertel entlang läuft. Er ist nervös, versucht jemanden anzurufen, offenbar hat er sich verlaufen. Es ist Nacht. Die Situation ist einerseits eine bekannte Horrorfilm-Trope: Jemand (gewöhnlich allerdings eine weiße Frau) befindet sich am falschen Ort, lange wird er/sie nicht zu leben haben. Aber die Szene reflektiert auch eine schwarze Alltagserfahrung, vor allem von schwarzen Männern. Trayvon Martin muss so ähnlich ausgesehen haben, bevor der Bürgerwehr-Angehörige George Zimmermann ihn erschoss.

Jordan Peele, sonst bekannt als eine Hälfte des Comedy-Duos „Key & Peele“ nimmt bekannte Horrortropen und verschiebt ihre Bedeutung gegen die schwarze Gegenwartserfahrung. Dabei kommt sowohl ein extrem spannender und origineller Horrorfilm heraus, als auch eine äußerst giftige Satire, die auch vor dem Hintergrund der in Deutschland gerade wieder von Lothar de Maizière angestoßenen „Leitkultur“-Debatte sehr böse und komische Erkenntnisse bereit hält. Die Slasher-Episode am Anfang ist vor allem eine Warnung, bevor die eigentliche Geschichte beginnt.
Dem jungen, schwarzen, Fotografen Chris steht ein Besuch bei den Eltern seiner neuen, weißen, Freundin Rose bevor, ausgerechnet an dem Wochenende, an dem Roses Eltern eine große Gartenparty feiern. Chris ist besorgt, sein Kumpel Rod warnt ihn: Trau denen nicht, fahr da nicht hin. Aber Rod scheint auch eine kleine Meise zu haben, und Rose versichert Chris: „Sie sind überhaupt nicht rassistisch!“. Als Rose auf der Fahrt einen Hirsch anfährt, verhalten sich Rose und Chris vorbildlich und rufen die Polizei. Der Bulle will Chris‘ Ausweis sehen, und Rose macht eine Szene, während Chris versucht, die Situation hinter sich zu bringen. Rose inszeniert sich als liberale Antirassistin und bringt damit Chris in Gefahr, das Privileg sich der Polizei zu widersetzen erkennt sie nicht als solches. Jedenfalls scheint das Chris‘ Eindruck seiner Freundin zu sein: lieb, aber total ahnungslos.

Chris wird dann auch herzlich von den Eltern umarmt, Roses Vater erklärt ihm, wie gerne er nochmal Obama gewählt hätte. Seltsam ferngesteuert wirken allerdings die schwarzen Hausangestellten Walter und Georgina, und während der Gartenparty begegnet Chris, neben zahlreichen überfreundlichen Weißen, die ihm aufdringlich und ahnungslos versichern, wie toll sie Schwarze finden („Ich kannte Charles Mingus“, „Schwarz ist das neue Weiß!“) auch einem schwarzen jungen Mann, der sich so übermäßig angepasst verhält, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann.

Es gibt Hinweise darauf, wie finster die Pläne sind, die Roses Eltern für Chris haben, aber sie erscheinen alle im Modus der unheimlichen Liebenswürdigkeit. Jordan Peele ist eine wunderbare Satire über vollendete Assimilation und den Traum vom Endsieg einer netten, liberalen Leitkultur gelungen. GET OUT hat absolut originelle Bilder, eine sehr eigene Atmosphäre und bleibt bis zum Ende sehr spannend, reichlich unheimlich und sehr komisch.

Tom Dorow

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Details

USA 2017, 103 min
Genre: Horror, Thriller
Regie: Jordan Peele
Drehbuch: Jordan Peele
Verleih: Universal Pictures International
Darsteller: Catherine Keener, Daniel Kaluuya, Bradley Whitford, Allison Williams, Betty Gabriel
FSK: 16
Kinostart: 04.05.2017

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USA 2017 | Horror, Thriller | R: Jordan Peele | FSK: 16

Der schwarze Fotograf Chris und seine weiße Freundin Rose sind seit einigen Monaten zusammen. Nun will Rose ihren Freund den reichen, liberalen Eltern vorstellen. Die Eltern sind zunächst sehr freundlich, wenn auch übermäßig bemüht, aber ihre Hausangestellte sind ein verdächtig zombiehaftes schwarzes Paar.

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