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Der Nachtmahr

Party-Girl sieht Monster

Party-Girl aus gutem Hause sieht Monster und erklärt wird bis zum Ende nichts. Viel Euphorie, wenig Budget und die Figur eines kleinen Monsters waren die Ausgangspunkte für das rauschhafte Langfilmdebüt von Regisseur Akiz.

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Bässe dröhnen, Partylichter flackern, der Blick ist eingeschränkt, Hormone mischen sich mit MDMA. Ein Filmbeginn wie ein Drogentrip - die Wirkung stimmt. Party im Wald, alle gehen noch zur Schule, Handy-Videos und chemische Drogen kursieren. Kamera im Entfesselungs-Modus. Ein Rausch - für das Publikum wie für die Hauptfigur. Tina. Gespielt von Carolyn Genzkow, stark. Sprung in den Pool, Puder durch den Mund, dann schlägt die Euphorie in Paranoia um. Eine Figur im Wald, ein Stimmungswandel, ein Autounfall - woosh - alles ist anders, alles beginnt.
Viel Euphorie, wenig Budget und die Figur eines kleinen Monsters waren die Ausgangspunkte für das Langfilmdebüt von Regisseur AKIZ. Atemlos geht sein Film los, atemlos geht es weiter. Der Nachtmahr tritt in Erscheinung. Erst nur für Tina und ohne dass sie es beweisen könnte - ein nackter Gnom am Kühlschrank, ein menschliches Tier, eine Heimsuchung in der Ausbruchsphase einer Teenagerin. Tina muss zum Psychologen, aber später nimmt ihr Wahn auch für andere Form an. Die Kamera tastet weitwinklig das Haus ab, der Horror zieht ein, die Spring Breakerin hat es mit Paranormal Activities zu tun. Der Film legt ein straffes Stilprogramm vor, will offensichtlich cool sein und schafft es auch. Party-Girl aus gutem Hause sieht Monster, erklärt wird bis zum Ende nichts - auch das offensichtlich. Erklär-Bären werden viele Köder gelegt: Jugend (so ganz allgemein), Bürgertumsgefängnis, Drogennachwehen, Bulimie, teenage pregnancy, Nahtoderfahrung, Coming of Age und so weiter und so schlüssig und angerissen. Gekifft, gekokst, geschluckt wird an allen Ecken und Enden, sozialen Realismus gibt es nicht, einen Film als physische Erfahrung schon. Schockmomente, inszenatorische Verführungen, der Mund steht manchmal offen, die Hand schlägt sich im Kinosessel vors Auge. Ungewöhnlich, ungewohnt, New German Horror kann man mal in den Diskurs werfen. Der Film hallt nach, die Drogen wirken noch.

Toby Ashraf

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Details

Deutschland 2015, 88 min
Genre: Drama, Horror, Mysterie
Regie: AKIZ
Drehbuch: AKIZ
Kamera: Clemens Baumeister
Schnitt: AKIZ, Philipp Virus
Musik: Christoph Blaser, Steffen Kahles
Verleih: Koch Media / Filmagentinnen
Darsteller: Kim Gordon, Arnd Klawitter, Julika Jenkins, Carolyn Genzkow, Wilson Gonzalez Ochsenknecht
FSK: 12
Kinostart: 26.05.2016

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