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Der lange Sommer der Theorie

Sinnfragen in der Kunst-WG

Die drei jungen Frauen Nola, Katja und Martina haben sich die Suche nach dem Glück auf die Fahnen geschrieben. Irene von Albertis Film flottiert zwischen feministischem Diskurs-Pop und Reportage.

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„Unsere Ziele sind kurzfristig. Die Hauptaufgabe besteht darin, uns glücklich zu machen.“ Dieses Credo haben sich Nola, Katja und Martina auf die Fahnen geschrieben. Die jungen Frauen bewohnen die letzte WG in einem heruntergekommenen Haus, irgendwo im Brachland zwischen den Glaspalästen und Luxusappartments der neuen Berliner Mitte. Mit kulturwissenschaftlich geschultem Verve agitieren die Freundinnen gegen die drohende Gentrifizierung und den Rechtsruck, die philosophische Sinnsuche ist ihr Lebensmittelpunkt - und somit der des Films. Was tun gegen den rasenden Stillstand und die Theorielosigkeit des Hochleistungskapitalismus?
DER LANGE SOMMER DER THEORIE erinnert stark an Godards politisierte Filme rund um 1968: formalistische, offenkundig inszenierte Dialoge, gut gekleidete, eloquente Figuren und Mut zum filmischen Illusionsbruch sind ein Versuch, dominante Seherfahrungen zu durchbrechen und den Film als verkäufliches, ergo gefälliges, Produkt zu demontieren. Irene von Alberti erneuert in ihrem Film aber die Sujets: Individualität, Beziehungslosigkeit und Bindungslosigkeit werden mal reportagehaft, mal essayistisch, mal dokumentarisch, aber immer theoretisch gehaltvoll durchexerziert. Was sehr gut funktioniert. Dazu dürfen intellektuelle Instanzen wie Carl Hegemann, Philipp Felsch oder Rahel Jaeggi Statements abgeben, was den Film insgesamt doch recht akademisch dastehen lässt. Eine Prise Selbstironie wäre vielleicht ein fluffigeres Stilmittel gewesen. Aber das wäre mit Godard auch nicht zu machen gewesen. Der Kunsthistoriker Boris Groys bringt es am Ende auf den Punkt: „Man ist revolutionär, wenn man sich im echten Leben wie im Film fühlt.“ Irene von Albertis Film ist ein ungewöhnlicher, formfrischer Appell an die Schönheit des Denkens um des Denkens willen.

Johannes Bluth

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Details

Deutschland 2017, 82 min
Genre: Drama
Regie: Irene von Alberti
Drehbuch: Irene von Alberti
Kamera: Jenny Lou Ziegel
Schnitt: Silke Botsch
Musik: Toni Kater
Verleih: Filmgalerie 451 / Grandfilm
Darsteller: Martina Schöne-Radunski, Julia Zange, Katja Weilandt, Timo Jacobs
FSK: oA
Kinostart: 23.11.2017

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Deutschland 2017 | Drama | R: Irene von Alberti | FSK: oA

Die drei jungen Frauen Nola, Katja und Martina haben sich die Suche nach dem Glück auf die Fahnen geschrieben. Irene von Albertis Film flottiert zwischen feministischem Diskurs-Pop und Reportage.

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