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Krokodil

GENERATION ČERNÝ PETR – Die 68er im Osten

Während die kulturellen Umbrüche der 68-Generation im Westen viel diskutiert werden, sind vergleichbare Entwicklungen im Osten durch den Einmarsch der Sowjettruppen in Prag unterbrochen worden und weitgehend vergessen. Das Kino Krokodil unternimmt in seiner Filmreihe „Generation Černý Petr“ ein Porträt dieser Generation, ihrer Filmhits, ihres geografischen und sozialen Kosmos, ihrer Musik und ihres Protestes. Das Programm beginnt mit dem Ende der 68er im Osten: Die Kompilation OKKUPATION 1968 zeigt in fünf Kurzfilmen und einem Dokumentarfilm die Perspektive der Besatzungsmächte der Tschechoslowakei auf den „Prager Frühling“. Neben der Sowjetunion waren 1968 noch weitere Länder des Warschauer Pakts an der Besetzung der Tschechoslowakei beteiligt: Auch bulgarische, deutsche, polnische und ungarische Soldaten wurden, zum Teil unerwartet, ins Ausland entsandt. Fünf Regisseur*innen aus diesen Ländern untersuchen, was die Besetzerrolle damals und heute bedeutet.

Miloš Forman war wohl der einzige Filmregisseur, der sowohl mit dem Prager Frühling, der französischen Nouvelle Vague und der Pariser Studentenbewegung sowie mit der amerikanischen Counter Culture (TAKING OFF, 1971, HAIR, 1979) in Berührung kam. Das Krokodil zeigt seinen Film ČERNÝ PETR (DER SCHWARZE PETER, 1964) über den Ulrich Gregor schrieb „Hauptsächliches Verdienst dieses Films war es, den künstlerischen Wert der Banalität entdeckt zu haben“. Štefan Uhers Film SLNKO V SIETI (SONNE IM NETZ, CSSR 1962) gilt als Ausgangspunkt der Neuen Welle in der Tschechoslowakei und öffnete die Tür für ein freieres, von Konventionen gelöstes tschechoslowakisches Kino. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar, dessen Liebe auf die Probe gestellt wird, als der junge Mann zum Arbeiten in ein Sommercamp muss.

Außerdem auf dem Programm: Die Kurzfilmkompilation WENN ES KEINE MUSIKANTEN GÄBE. JUGENDPORTRÄTS GENERATION 1968 und der Film EIN ABGEBROCHENES GESPRÄCH über Eduard Goldstücker, der im Faschismus als Jude verfolgt wurde, CSSR-Botschafter in Israel war und als Germanist in Prag lehrte, erneut stalinistische Verfolgung erfuhr und nach dem Prager Frühling emigrierte. Mit JAN PALACH UND RYSZARD SIWIEC – HÖRT MEINEN SCHREI gedenkt das Krokodil Jan Pallach und Ryszard Siwiec, die sich aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen in Prag selbst verbrannten.

Auftaktveranstaltung OKKUPATION 1968 am 31.8. um 19 Uhr, alle Filme und Termine auf kino-krokodil.de

GENERATION ČERNÝ PETR – Die 68er im Osten

Datum: 28.09.2018 bis 17.10.2018
Ort: Krokodil

Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin
Telefon: 030/44 04 92 98
www.kino-krokodil.de/