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Eva-Lichtspiele

Der Alte Deutsche Film

Neben depressivem Nazi-Kitsch über mütterliche Aufopferung (ANNELIE, 1941, am 5.1) und leidende Künstler-Genies (FRIEDEMANN BACH, 1941, am 19.1 und DER GROSSE SCHATTEN, 1942) zeigt die Reihe „Der alte deutsche Film“ im Januar und Februar zwei Filme aus der Übergangszeit zwischen Weimarer Republik und vollständiger Kontrolle der Filmproduktion durch die NS-Organe. Interessanter als die harmlose Verwechslungskomödie DAS SCHLOSS IM SÜDEN (1933, am 12.1) ist dabei der Science-Fiction-Film GOLD (1934) unter der Regie von Karl Hartl, der sich mit dem Sci-Fi-Erfolg F.P. 1 ANTWORTET NICHT (1932) – nach einem Drehbuch von Curt Siodmak, der im US-Exil mit DONOVAN’S BRAIN einen grandiosen B-Film-Klassiker schrieb – für das Genre empfohlen hatte, das kurz darauf fast vollständig aus der NS-Filmproduktion verschwinden sollte, ebenso wie der Horrorfilm, immerhin das international erfolgreichste Genre des deutschen Vorkriegskinos.
GOLD wurde 1945 von den alliierten Militärbehörden verboten, wohl wegen der antienglischen Propagandabotschaften. Die Vernichtung der Technologie, mittels derer durch radioaktive Strahlung aus Blei Gold gemacht wird, am Ende des Films, ist wie ein Abdanken des deutschen Science-Fiction-Films, um der Nazi-Hausmannskost willen. Schließlich heiratet der geniale deutsche Ingenieur nicht die glamouröse Engländerin (Brigitte Helm, kurz vor ihrem Exil), sondern das brave deutsche Mädel. Arthur Brauners Produktion LIEBLING DER GÖTTER (1960, am 26.01) ist einer der ersten Spielfilme, die sich mit der deutschen Filmproduktion der NS-Zeit beschäftigen, am Beispiel der Biografie von Renate Müller, die 1936 gezwungen wurde, im Propagandafilm TOGGER mitzuspielen und ein Jahr später starb, als sie vom Balkon ihrer Villa stürzte. Herausragendster Film des Programms ist LEUCHTFEUER (1954, am 23.2) von Wolfgang Staudte. Staudte erzählt eine Krisenparabel: Auf einer einsamen Atlantikinsel hungern die Bewohner im Sturm. Sie fordern den Leuchtturmwärter auf, das Licht zu löschen, damit ein Schiff strandet und Lebensmittel angeschwemmt werden. Die westdeutsche Filmkritik hielt den Film für unpolitisch (heißt: unbedenklich). Wer es harmloser mag: In DER KAMPF DER TERTIA (1952, am 13.2. um 15.30) rettet eine Schulklasse Katzen.

Der Alte Deutsche Film

Mittwoch, um 15.45
Datum: 05.01.2022 bis 23.02.2022
Uhrzeit: 15:45
Sprache: Deutsch
Ort: Eva-Lichtspiele

Blissestr. 18, 10713 Berlin
Telefon: 030/92 25 53 05
www.eva-lichtspiele.de
U7, Bus 101/104/249 Blissestrasse
www.eva-lichtspiele.de/