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Film

In den Kosmos eintauchen

Hannes Stein über Herr Bachmann und seine Klasse

Der kommentarlose, beobachtende Dokumentarfilm von Maria Speth HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE ist dreieinhalb Stunden lang. Der Film wird, obwohl er bei der Berlinale den „Silbernen Bären – Preis der Jury“ gewann und nicht nur unbedingt sehenswert ist, sondern die eindringlichste politische Kritik am deutschen Bildungssystem seit Klaus Manns „Der Untertan“, vermutlich nur kurz im Kino zu sehen sein. Immerhin belegt HERR BACHMANN gleich zwei Programmschienen. Das ist für Kinos eigentlich nur mit gutem Willen und einkalkuliertem Verlust zu machen.
Der Film selbst braucht aber diese ... mehr

Feature, Interview

„Die Kinder haben uns vertraut und uns integriert in ihren Schulalltag“

Interview mit Maria Speth zu HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE

Maria Speth schloss 2001 ihr Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ mit dem Spielfilm IN DEN TAG HINEIN über eine planlose junge Frau in Berlin ab. 2007 drehte sie den Spielfilm MADONNEN, in dem Sandra Hüller eine Mutter spielt, die während eines Gefängnisaufenthalts ihre Familie zusammenhalten will. Alle Spielfilme von Maria Speth enthalten dokumentarische Elemente, 2011 ging sie aber den umgekehrten Weg, um obdachlose Jugendliche in 9 LEBEN zu porträtieren. Sie zeigte die Personen in einem artifiziellen, weißen Raum, um ihre Persönlichkeiten ... mehr

Film

So lang man Pläne hat

Pamela Jahn über Garagenvolk – Garage People

Ein Film wie ein Adventskalender, hinter jedem Tor eine andere, wundersame Welt. So ungefähr kann man sich Natalija Yefimkinas Dokumentarfilm vielleicht am besten vorstellen, der das zeigt, was er verspricht: Garagen und ihre Bewohner. Es ist ein Film über die Träume der russischen Männer (und ihrer Frauen), über ihre Leidenschaften ebenso wie über ihre Sorgen und Nöte. In den vier heiligen Wänden ihrer Abstellräume lassen sich von Hobby-Gyms über Metall- und Schnitzwerkstätten bis hin zu dem Probestudio einer Punkband alle möglichen Orte der privaten Selbstverwirklichung finden. ... mehr

Veranstaltungen, Festivals

Human Rights Filmfestival

Die saudi-arabische Freiheitskämpferin Loujain al-Hathloul ist Schirmherrin des diesjährigen Human Rights Film Festivals. Unter dem Titel „The Art of Change“ stehen hier die Geschichten internationaler Aktivisten, politischer Vordenkerinnen und humanitärer Helfer im Mittelpunkt. Loujain al-Hathloul ist eine der Schlüsselfiguren der „Women to Drive“-Bewegung und darf nach über 1000 Tagen Gefängnis nun fünf Jahre lang ihr Land nicht verlassen. Die Begrüßungsrede hält stellvertretend ihre Schwester Lina al-Hathloul, die in Deutschland lebt. Der Eröffnungsfilm SABAYA (2021) des ... mehr

Film

Junge, schöne Nazis

Tom Dorow über Je suis Karl

Die Story (ohne zu sehr zu spoilern): Maxi, ein behütetes Teenager-Mädchen aus dem Prenzlauer Berg, verliert ihre Mutter und ihre kleinen Geschwister bei einem Terroranschlag, der islamistischen Terroristen zugeschrieben wird, aber tatsächlich von Nazi-Terroristen verübt wurde. Die Gruppe um den schnieken Karl will die Widersprüche im Land verschärfen, um möglichst schnell einen „Volksaufstand“ herbeizuführen. Karl glaubt, Maxi für die Propaganda des legalen Arms der „Bewegung“ nutzen zu können, und wanzt sich an sie heran. Die verstörte Maxi hat keine ... mehr

Film

Persönlich und politisch

Stefanie Borowsky über Mein Name ist Klitoris

Das Persönliche ist politisch – als unausgesprochenes Motto schwebt diese seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannte feministische Parole über dem Film MEIN NAME IST KLITORIS. Für ihren augenöffnenden ersten Dokumentarfilm befragen die franko-belgische Filmregisseurin Lisa Billuart-Monet und ihre französische Kollegin Daphné Leblond zwölf Frauen zwischen 20 und 25 zu intimen Themen, aus denen sich immer auch gesellschaftliche Missstände und strukturelle Probleme ableiten lassen. In ihren privaten Räumen erzählen die jungen Frauen mit verschiedenen Hintergründen und ... mehr

Film

Gewalt als menschliche Universalie

Yorick Berta über The Painted Bird

In seinem Roman THE PAINTED BIRD von 1965 beschrieb Jerzy Kosińskis seine Erlebnisse als jüdisches Kind im von den Nazis besetzten Polen. Jedoch häuften sich bald Vorwürfe, die nicht nur den Realitätsgehalt von Kosińskis vermeintlich autobiografischer Erzählung, sondern auch seine Autorschaft anzweifelten.
In Václav Marhouls gleichnamiger Verfilmung von Kosińskis umstrittenem Roman ist es der Sohn deportierter tschechischer Juden, der als Ausgestoßener und Verfolgter schon als Kind ums Überleben kämpft. Der schweigsame Protagonist (mit stoischer Präsenz gespielt von Petr ... mehr

News

Das neue Heft ist da!

INDIEKINO BERLIN #74 und INDIEKINO MAG #13

Der September bringt, rechtzeitig zur Bundestagswahl, hochpolitische Filme ins Kino. Regisseurin Maria Speth möchte ihren beobachtenden Dokumentarfilm HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE zwar nicht politisch verstanden wissen. Es ging ihr darum, den sehr speziellen liebevollen Mikrokosmos, den der Lehrer Herr Bachmann mit und um seine Schüler*innen herum aufbaut, einzufangen. Aber dabei porträtiert der Film natürlich auch ein Schulsystem, in dem es Menschen wie Herrn Bachmann braucht, um zu verhindern, dass Kinder schon früh aufgrund ihrer Umstände oder Herkunft aussortiert werden. JE SUIS ... mehr

Film

Macker-Gift im Indie-Rock

Tom Dorow über Freakscene – The Story of Dinosaur Jr.

Mitte der 80er Jahre veröffentlichte die Band Dinosaur jr. – damals noch als „Dinosaur“, das „jr.“ war die Folge einer Klage der älteren Hippie-Band „Dinosaurs“ – ihr Debütalbum, das zwar noch im US-Hardcore-Punk verwurzelt war, aber eine lässigere Haltung mit älteren Rockstilen einnahm. Dinosaur jr. waren (und sind) irrsinnig laut und wirkten trotzdem seltsam introvertiert. Die Band war schnell in Independent-Kreisen erfolgreich, und landete 1988 mit „Freak Scene“ einen Hit in den Independent-Charts, ein Jahr später kam ihre Coverversion des The Cure-Songs „Just ... mehr

Film

Deutscher Spionage-Skandal

Tom Dorow über Curveball – Wir machen die Wahrheit

„Da sitzt der Fischer! Warum sagt der nichts?“ brüllt Doktor Wolf (Sebastian Blomberg) den Fernseher an. Tatsächlich ist das die Frage, die sich nach diesem Film über die folgenschwerste Spionage-Katastrophe und einen der größten politischen Skandale des 21. Jahrhunderts stellt. Die Rechtfertigung des Irakkriegs beruhte auf einem bereits als Lügengeschichte enthüllten Bericht einer BND-Quelle, der aber als wahrer, überprüfbarer Augenzeugenbericht vom US-Außenminister Colin Powell vor der UN-Vollversammlung präsentiert wurde. Bundeskanzler Gerhard Schröder, Außenminister und ... mehr

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