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Zweitland

Freiheitskampf in Südtirol

Südtirol 1961: Anton schließt sich dem „Befreiungsausschuss Südtirol“ an, was auch bedeutet, dass seine Frau Anna und sein Sohn Paul ihre Träume aufgeben müssen.

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ZWEITLAND spielt im Jahr 1961, als in der „Feuernacht“ von Männern des „Befreiungsausschusses Südtirol“ (BAS) 37 Strommasten gesprengt wurden und, was nicht beabsichtigt war, ein Carabinieri zu Tode kam. Dieser Anschlag, ein erster Höhepunkt des Protests gegen die Walschn, gegen die stetige Italienisierung Südtirols durch die Politik in Rom, bildet den Hintergrund für Michael Koflers (Buch und Regie) Film. Man muss sich nicht lange fragen, wieso er gerade jetzt diese Geschichte erzählt, eine Geschichte von Freiheitskämpfern – oder, je nach Sichtweise – Patrioten resp. Terroristen. Aber er erspart sich wohlfeile Anspielungen, auch einseitige Parteinahme. Kofler will zeigen, wie Politik in das Leben des Einzelnen zerstörerisch eingreift, im Zweitland Südtirol in das Leben eines Brüderpaars, von Anton und Paul.

Es beginnt mit einem Zweikampf der beiden, ziemlich brutal, auch weil der Ältere und der Stärkere nicht, was den Regeln eines fairen Kampfes entspräche, den Jüngeren, Schwächeren schont. Anton bestimmt, wo’s langgeht, gleich, ob der Bruder, die Frau, der kleine Sohn darunter zu leiden haben. Er schließt sich den BASlern an, guten Glaubens, sich treu, was aber bedeutet: Seine Frau Anna wird die Stelle als Lehrerin nicht erhalten, und Paul wird verzichten auf ein Studium an der Kunstakademie in München, wird sich kümmern müssen um den Hof, eine Klitsche, von der man kaum leben kann, wird melken und heuen und hilflos zusehen müssen, wenn Carabinieri mal wieder Heim und Hof verwüsten.

Es dauert, bis sie sich befreien, Anna zuerst. Sie geht zurück nach Bozen, wo die Welschen und die Tiroler miteinander auskommen müssen und auskommen werden. Das klingt, ist es auch, irgendwie holzgeschnitzt, wie ein Stück traditionellen Bauerntheaters. Ist aber gerade deshalb stimmig.

Elisabeth Bauschmid

Details

Deutschland/Italien/Österreich 2025, 112 min
Sprache: Deutsch, Italienisch
Genre: Drama
Regie: Michael Kofler
Drehbuch: Michael Kofler
Kamera: Felix Wiedemann
Schnitt: Florian Miosge
Musik: Teho Teardo
Verleih: Weltkino Filmverleih
Darsteller: Laurence Rupp, Thomas Prenn, Aenne Schwarz, Francesco Acquaroli, Andrea Fuorto
FSK: 12
Kinostart: 04.12.2025

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