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Yaloms Anleitung zum Glücklichsein

Der Therapeut spricht

In Gesprächen nähert sich der Film der Philosophie und der Lebensgeschichte des Psychoanalytikers Irvin D. Yalom, der neben zahlreichen Sachbüchern auch die philosophischen Romane UND NIETZSCHE WEINTE und DIE ROTE COUCH schrieb.

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Es ist sicher nicht zufällig, dass am Anfang der Karriere des Psychoanalytikers Irvin D. Yalom seine Liebe zu Büchern und Geschichten steht; seine wöchentlichen Ausflüge in die Washingtoner Bibliothek, die dem Sohn russisch-jüdischer Einwanderer ein Refugium vor dem harten Straßenleben seines ärmlichen Stadtviertels bot. Denn weltbekannt wurde der Autor von Standartwerken der existenziellen Psychologie und Gruppentherapie schließlich mit Romanen wie UND NIETZSCHE WEINTE und DIE ROTE COUCH. Die Liebe zur Literatur brachte dem heute 83jährigen zudem nicht nur eine lebenslang innige Verbindung zu seiner Frau Marilyn, einer angesehene Literaturwissenschaftlerin auf dem Gebiet der Feminismus- und Geschlechterforschung, sondern auch eine einzigartige Beziehung zu seinen Klienten, mit denen er im Laufe seiner beruflichen Laufbahn eine Therapieform entwickelte, die auf freundschaftlichem Interesse an den Geschichten des Gegenübers basiert. Die Filmemacherin Sabine Gisinger näherte sich der Biografie und dem Werk Yaloms nach dem Verlust ihres Vaters aufgrund eigener existenzieller Fragen, und hat mit ihrem filmischen Besuch bei der Familie Yalom in gewisser Weise auch eine Therapiesitzung für sich und die Zuschauer mitgebucht. Die stellt sich als breite Auseinandersetzung mit Yaloms zentralen Themen – Selbsterkenntnis, Beziehungen, Liebe, Tod, Wünsche und Sehnsüchte – heraus. Glücklicherweise wird diese „Reise ins Ich“ zwar warmherzig, aber immer ganz im Sinne des wissenschaftlichen Forschers rational und erkenntnisorientiert angetreten. Der Film lebt vom Gespräch und Austausch, schafft zwischendurch immer wieder Inseln zum Innehalten und bietet neben einer faszinierenden Biografie auch einen niedrigschwelligen Zugang zu den Hintergründen der existenziellen Psychotherapie.

Jens Mayer

Details

Originaltitel: Yalom's Cure
Schweiz 2014, 77 min
Sprache: Englisch
Genre: Biografie, Dokumentarfilm
Regie: Sabine Gisiger
Drehbuch: Sabine Gisiger
Kamera: Helena Vagnières, Tim Metzger, Matthias Günter
Schnitt: Barbara Weber, Andreas Winterstein
Musik: Balz Bachmann
Verleih: Alamode Filmverleih
FSK: oA
Kinostart: 02.10.2014

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