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Woman (2020)

Weites Feld

In Porträtaufnahmen erzählen Frauen aus den unterschiedlichsten Ländern vor einem neutralen, schwarzen Hintergrund von ihrem Leben. Was bedeutet es für die Lebensgeschichte, das Körpergefühl, das eigene Erleben, als Frau in dieser Welt zu sein?

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Yann Arthus-Bertrand ist Naturfotograf mit einem Faible für Luftaufnahmen, studierter Biologe, Umweltaktivist und Filmemacher. Zu seinen bisherigen filmischen Arbeiten gehören HOME (2009), der in berückend schönen Luftaufnahmen die ökologische Zerstörung der Erde dokumentiert, PLANET OCEAN (2012) über den Zustand der Weltmeere und HUMAN (2015), der Bilder von Landschaften mit Hunderten von Interviews mit Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Ähnlich ist auch Arthus-Bertrands jüngster Film WOMAN gestaltet, den er gemeinsam mit Anastasia Mikova realisiert hat, die bereits bei HUMAN mitgearbeitet hat: In Porträtaufnahmen erzählen Frauen aus den unterschiedlichsten Ländern vor einem neutralen schwarzen Hintergrund von ihrem Leben. Hin und wieder werden die Testimonials untermalt von sanfter Musik und unterbrochen von atmosphärischen Impressionen von Näherinnen in einer Fabrik oder jungen Mädchen beim Holi-Festival. Die Berichte der Frauen drehen sich ums Aufwachsen, die erste Periode, den ersten Sex, Ehe und Familie, Arbeit und Ausbildung, um traumatische Erfahrungen, Missbrauch, Benachteiligung und Gewalt, aber auch um fröhliche Entdeckungen, den Spaß am eigenen Körper und den selbstbewussten Kampf für Veränderung. Es ist ein weites Feld, das nur lose thematisch sortiert ist und oft auseinanderdriftet. Zusammen hält den Film die spezifisch weibliche Perspektive: Was bedeutet es für die Lebensgeschichte, das Körpergefühl, das eigene Erleben, als Frau in dieser Welt zu sein? Gelegentlich scheint der Film dabei ein essentialistisches Frau-Sein zu beschwören, zumal sich viele Beiträge um Körperlichkeit drehen, doch auch eine Transfrau kommt zu Wort oder eine Frau, die keine Kinder haben möchte. Unter den kurzen Testimonials sind viele, die berühren und auf die Kämpfe aufmerksam machen, die viele Frauen in vielen Teilen der Welt noch kämpfen müssen. Ebenfalls berührend ist es einfach nur in die vielen so unterschiedlichen Frauengesichter zu blicken.

Hendrike Bake

Details

Frankreich 2019, 105 min
Sprache: Englisch, Französisch, Spanisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Yann Arthus-Bertrandm Anastasia Mikova
Drehbuch: Anastasia Mikova, Yann Arthus-Bertrand
Kamera: Maya Coutouzis
Schnitt: Jules Beautemp, Flore Joubert
Verleih: mindjazz Pictures
Kinostart: 10.12.2020

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