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Windstill

Sturm nach der Ruhe

Zwei Schwestern, die eine in der Stadt, die andere auf dem abgelegenen Bauernhof der verstorbenen Eltern. Zwei Jahre haben sie sich nicht gesprochen, bevor Lara betrunken bei ihrer Schwester Ida aufschlägt.

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Zwei Schwestern, die eine in der Stadt, die andere auf dem abgelegenen Bauernhof der verstorbenen Eltern. Zwei Jahre haben sie sich nicht gesprochen. Jede lebt ihr eigenes Leben, beide nicht unbedingt erfüllt. Ida bewirtschaftet den Berghof, füttert die Tiere, kocht Marmelade für den Bauernmarkt ein, sammelt Notizen für den ersten Roman und rutscht in eine Affäre mit dem freiwilligen Hofhelfer aus Berlin. Städterin Lara geht in der Mutterrolle unter statt zu studieren, während ihr Partner Jakob sich einer aufreibenden Karriere als Koch verschreibt. Als Lara das System sprengt, bringt sie die Rollen nicht nur ins Schwanken, sondern inszeniert sie genüsslich neu. Baby Olivia und Jakob bonden, während Lara mit einer Zufallsbekanntschaft feiert, bevor sie betrunken bei ihrer Schwester aufschlägt. Lara nistet sich bei Ida ein, schließlich gehöre das Haus auch ihr, verschweigt aber ihre Lebenssituation oder die Motivation ihrer Rückkehr. Unumgänglich brechen die Konflikte durch, und die Schwestern müssen sich nicht nur ihrer gemeinsamen Vergangenheit, sondern auch ihrer eigenen Zukunft stellen.

Nancy Camaldo inszeniert in ihrem Langfilm-Debüt ein atmosphärisches Schwesterndrama. Es herrscht Windstille auf unterschiedlichen Ebenen. Das heiße Wetter, die Lebenssituation der Protagonistinnen, ihr Sexleben, der Konflikt der Schwestern. Alles scheint still. Gefangen in der Zeit, wie der Kirchturm des gefluteten Dorfs Graun, der noch immer aus dem Südtiroler Reschensee ragt. Der See, sensibel gegenüber den Windveränderungen, ist eins der wiederkehrenden Motive, die dem Film seine ästhetische Dichte verleihen. Wie in der Natur folgt auch in der Erzählung auf die Ruhe ein Sturm und sorgt für ein überraschendes Ende. Ein feines Debüt, das auch durch seine Besetzung mit Giulia Goldhammer und Anselm Bresgott überzeugt.

Clarissa Lempp

Details

Deutschland 2021, 115 min
Genre: Drama
Regie: Nancy Camaldo
Drehbuch: Nancy Camaldo
Kamera: Lukas Nicolaus
Schnitt: Nanette Foh
Musik: Michael Lauterbach
Verleih: W-Film
Darsteller: Giulia Goldammer, Barbara Krzoska, Thomas Schubert
FSK: 12
Kinostart: 11.11.2021

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