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Winchester – Das Haus der Verdammten

Treppen, die im Nichts enden

Die Geschichte um das (reale) Winchester Mystery House und seine Hausherrin ist eine perfekte Prämisse für eine atmosphärische Gruselgeschichte - leider setzt der hübsch ausgestattete Film vor allem auf jump scares.

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Nach dem tragischen Tod ihres Gatten und ihrer Tochter investierte Sarah Winchester ihren aus der Winchester Rifle Company gewonnenen Reichtum in ein Haus für die Ewigkeit: rund um die Uhr ließ sie das Herrenhaus aus- und umbauen, bis daraus ein ständig wachsendes siebenstöckiges Labyrinth geworden war, mit Treppen, die im Nichts endeten, opulenten Prismafenstern, die nie die Sonne sahen und einem privaten Erkerzimmer für Seancen. Die Anweisungen dafür werden Sarah angeblich aus dem Jenseits diktiert. Im Jahre 1906 beauftragt der Vorstand der WRC den Psychologen Dr. Eric Price (Jason Clarke) damit, herauszufinden, ob die exzentrische Dame (Helen Mirren) noch genug bei Sinnen ist, um an der Firmenleitung mitzuwirken. Im Haus angekommen, deutet für Price alles darauf hin, dass es dort wirklich spukt, denn auch er wird bald von gruseligen Fratzen und Gestalten heimgesucht. Aber kann der nach einer Familientragödie von Laudanum abhängige Nervenarzt seinem eigenen Verstand noch trauen?
Die Geschichte um das (reale) Winchester Mystery House und seine Hausherrin ist eine perfekte Prämisse für eine atmosphärische Gruselgeschichte und sowohl die Besetzung als auch der Hammer-Stil des Vorspanns versprechen viel. Leider wird die Frage nach der Echtheit der Geister beantwortet, bevor sie überhaupt jemand gestellt hat, und das Einzige, was diese bildhübsch ausgestattete Welt gruselig macht, sind die plötzlichen jump scares, während die Dialoge über persönliche Schuld und Vergebung von eskalierenden Effekten in den Hintergrund gedrängt werden. Wer sich eher nach den Schocks der Geisterbahn als nach einer Beunruhigung, die einen nach Hause begleitet, sehnt, ist mit dem neuen Film der Spierig-Brüder (JIGSAW) sicherlich gut bedient. Alle anderen fangen jetzt lieber an zu sparen, damit sie einmal das echte Haus besuchen können. Denn darauf macht der Film ziemlich Lust.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Winchester: The House That Ghosts Built
USA/Australien 2018, 99 min
Genre: Horror, Historienfilm
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Drehbuch: Tom Vaughan, Michael Spierig, Peter Spierig
Kamera: Ben Nott
Schnitt: Matt Villa
Verleih: Splendid
Darsteller: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Laura Brent
FSK: 16
Kinostart: 15.03.2018

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