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Fremdenhass vs. Willkommenskultur

In zwei gutsituierten, bürgerlichen Gemeinden im niedersächsischen Landkreis Harburg sollen Asylbewerber untergebracht werden. In Tespe lebt bereits seit einiger Zeit eine tschetschenische Familie im ersten Stock der früheren Sparkasse, acht weitere Flüchtlinge sollen im Erdgeschoss untergebracht werden. Im Dorf Appel (415 Einwohner) hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Umbau eines ehemaligen Altenheims in eine Unterkunft für 53 Asylbewerber gegründet. WILLKOMMEN AUF DEUTSCH lässt die verschiedenen Seiten des Konflikts zu Wort kommen.

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In zwei gutsituierten, bürgerlichen Gemeinden im niedersächsischen Landkreis Harburg sollen Asylbewerber untergebracht werden. In Tespe, einem Örtchen mit 4200 Einwohnern lebt bereits seit einiger Zeit eine tschetschenische Mutter mit ihren sechs Kindern im ersten Stock der früheren Sparkasse, acht weitere Flüchtlinge sollen im Erdgeschoss untergebracht werden. Im Dorf Appel (415 Einwohner) hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Umbau eines ehemaligen Altenheims in eine Unterkunft für 53 Asylbewerber gegründet. WILLKOMMEN AUF DEUTSCH lässt die verschiedenen Seiten des Konflikts zu Wort kommen. Auf der einen Seite Hartmut Prahm, der Gründer der Bürgerinitiative, der die Mädchen seines Dorfes gefährdet und die „menschlichen und männlichen Bedürfnisse“ der Asylbewerber als Bedrohung sieht. Auf der anderen Reiner Kaminski, der Bereichsleiter der Kreisverwaltung, der gern eine „Willkommenskultur“ etablieren würde, zunächst aber wöchentlich 20 Flüchtlinge unterbringen muss. Larisa, mit 21 die älteste Tochter der tschetschenischen Familie in Tespe, muss nach einem psychischen Zusammenbruch ihrer Mutter während einer Bürgerversammlung allein für ihre fünf Brüder sorgen. Die achtzigjährige Ingeborg Neupert und ihre Freundin Eveline Schätzle geben Deutschkurse unterstützen die Familie und kümmern sich um die Kinder der Flüchtlinge, als schließlich auch Larisa zusammenbricht. Frau Schätzle sagt: „Ich habe als Kind nach dem zweiten Weltkrieg das erlebt, was die Kinder hier heute auch erleben: Flucht und Vertreibung, und auch das Problem, dass man ausgrenzt wird von den Einheimischen. Das kenn ich alles.“ Herr Prahm sagt: „Früher hat man noch darauf geachtet, wer hier sesshaft wird.“ Fremdenfeindlichkeit ist älter als jede Debatte um Asylpolitik.

Tom Dorow

Details

Deutschland 2014, 98 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Hauke Wendler, Carsten Rau
Drehbuch: Hauke Wendler, Carsten Rau
Kamera: Boris Mahlau
Schnitt: Stephan Haase
Musik: Sabine Worthmann
Verleih: Brown Sugar Films
FSK: oA
Kinostart: 12.03.2015

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