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Wild Plants

Pioniere der Nische

In Nicolas Humberts meditativem Dokumentarfilm über Pioniere des Gärtnerns begegnen wir einem Detroiter „Urban-Gardening“-Paar, den Mitgliedern eines Genfer Gartenkollektivs und dem Lakota Aktivisten Milo Yellow Hair.

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Der Schweizer Koch Maurice Maggi überzieht die Stadt Zürich in seiner Freizeit mit einem Netz aus Malven, und ab und an pflanzt er auch ein bisschen Gemüse bei seinen nächtlichen „Guerilla Gardening“-Aktionen. „Pionierpflanzen“ beschreibt er als Pflanzen, die auf kargen Böden gedeihen und diesen dann auch für andere Pflanzen bewohnbar machen. Aus einer Nische heraus verändern sie in kleinsten Schritten ein ganzes Ökosystem. Als solche Pionierpflanzen lassen sich auch die Pflanzenliebhaber, die in Nicolas Humberts meditativem Dokumentarfilm WILD PLANTS auftauchen, beschreiben. Ihre Nische ist der Versuch, verloren gegangene Nähe zum Rhythmus der Natur wieder her zu stellen. Wir begegnen einem Detroiter „Urban-Gardening“-Paar, den Mitgliedern eines Genfer Gartenkollektivs und dem Lakota Aktivisten Milo Yellow Hair, der davon spricht, dass Haare wie Gras und wir alle Teil der Natur sind. Einige Gärtner bemühen den Kreislauf von Leben und Tod, der beim Kompostieren erfahrbar wird, andere sind wortkarger und prosaischer. „Bei der Gartenarbeit“, erzählt einer, während er Lauch erntet und für den Markt zurecht schneidet, „hast du die Hände in der Erde und den Kopf in den Wolken. Du denkst über alles Mögliche nach. Über das, was du heute zu Abend essen wirst. Über das, was du in drei Wochen zu Abend essen wirst.“ Erst sehr spät im Film kommt endlich auch eine Gärtnerin zu Wort. Die kargen Äußerungen seiner Protagonisten montiert Humbert mit Eindrücken von Natur und Kultur, wenigen Songs und langen Sequenzen von den Gärtnern beim Gärtnern zu einer bedächtigen Collage. Mal läuft da ein Hund über Eis, oder folgt die Kamera einem Greifvogel. Es wird sehr viel Unkraut gejätet. Einmal ist eine swingende Version der „Internationale“ zu hören.

Hendrike Bake

Details

Deutschland/Schweiz 2016, 108 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Nicolas Humbert
Drehbuch: Nicolas Humbert
Kamera: Marion Neumann
Schnitt: Simone Fürbinger
Verleih: Real Fiction
FSK: oA
Kinostart: 12.01.2017

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